Vorwort
Liebe Energiemaklerinnen und Energiemakler,
der Oktober hat erneut gezeigt, wie dynamisch der Energiemarkt ist. Die Heizperiode beginnt, die Gasversorgung rückt stärker in den Fokus und steigende Beschaffungskosten sorgen für neue Herausforderungen bei der Energiebeschaffung.
Gleichzeitig werden wichtige Weichen für die kommenden Jahre gestellt. Die geplante Entlastung bei den Stromnetzentgelten, neue regulatorische Entwicklungen und internationale Marktbewegungen beeinflussen die Perspektiven für 2027.
Auch für uns war der Oktober ein besonderer Monat: Am 19. Oktober ist enermakler 3.0 erfolgreich gestartet. Damit haben wir einen wichtigen Schritt in Richtung einer moderneren, effizienteren und vollständig digitalen Energievermittlung gemacht.
In dieser Ausgabe haben wir die wichtigsten Entwicklungen kompakt zusammengefasst und zeigen, welche Auswirkungen sie auf die tägliche Arbeit von Energiemaklern haben.
Wir wünschen Ihnen eine interessante Lektüre und einen erfolgreichen November!
Herzliche Grüße
Alexander Schießl

Alexander Schießl
Inhalte
Branchen-News: Deutschlands Gasspeicher vor dem Winter – Versorgung gesichert, aber mit Risiken

Deutschlands Gasspeicher vor dem Winter: Versorgung stabil, aber Risiken bleiben
Deutschland startet mit vergleichsweise niedrigen Gasspeicherständen in die Heizperiode 2026/2027. Nach Angaben der Bundesnetzagentur waren die Speicher am 30. Oktober zu 61,6 Prozent gefüllt – deutlich weniger als in den Vergleichszeiträumen vergangener Jahre.
Trotzdem bewertet die Behörde die laufenden Gasimporte als stabil. Neben Pipelinegas tragen LNG-Lieferungen zur Versorgung bei. Die niedrigen Speicherstände bedeuten daher nicht automatisch eine drohende Gasmangellage.
Allerdings bleibt die Situation abhängig von Temperaturen, Importmengen und internationalen Preisentwicklungen. Insbesondere ein kalter Winter könnte die Nachfrage und damit den Preisdruck erhöhen.
🔎 Was bedeutet das für Energiemakler?
💡 Unser Tipp
Bestehende Gasverträge jetzt prüfen. Besonders bei auslaufenden Verträgen sollten Kunden frühzeitig über neue Angebote, Vertragslaufzeiten und mögliche Preisbindungen informiert werden. Wer rechtzeitig vergleicht, gewinnt Handlungsspielraum.
Marktbewegungen & neue Dynamiken: Strom- und Gaspreise steigen – der Jahreswechsel 2027 rückt näher

Strom- und Gaspreise im Oktober 2026: Steigende Kosten, aktiver Wettbewerb
Der Oktober 2026 war von steigenden Energiepreisen geprägt. Besonders am Gasmarkt sorgten geopolitische Unsicherheiten und höhere Großhandelspreise für zusätzlichen Kostendruck. Auch die Strompreise zogen an, wenn auch weniger stark.
Nach den für Ende Oktober berichteten Verivox-Auswertungen lagen die Stromangebote für Haushalts-Neukunden bei rund 33 Cent je Kilowattstunde, während Gaspreise etwa 14 Cent je Kilowattstunde erreichten. Beide Werte lagen über dem Vormonat, wobei der Anstieg bei Gas deutlicher ausfiel.
Trotz dieser Entwicklung bleibt der Wettbewerb auf dem Energiemarkt lebendig. Nach Angaben der Bundesnetzagentur wechselten im ersten Halbjahr 2026 rund 3,7 Millionen Haushalte ihren Stromanbieter und 1,1 Millionen ihren Gasanbieter. Die geschätzte jährliche Gesamtersparnis belief sich auf 331 Millionen Euro bei Strom und 455 Millionen Euro bei Gas.
Diese Zahlen verdeutlichen, dass sich der Anbietervergleich weiterhin lohnt. Gleichzeitig können steigende Beschaffungskosten neue Tarifangebote verteuern. Mit Blick auf den Lieferbeginn zum 1. Januar 2027 gewinnt eine rechtzeitige Vertragsprüfung an Bedeutung.
🔎 Was bedeutet das für Energiemakler?
👉 Die gestiegenen Beschaffungskosten können neue Tarifangebote verteuern. Gerade bei gewerblichen Kunden mit auslaufenden Verträgen sollten verfügbare Angebote, Preisbindungen und Lieferbeginne frühzeitig geprüft werden.
➡️ Kurz & klar im Kundengespräch
„Die Energiepreise sind im Oktober gestiegen, besonders deutlich beim Gas. Niemand kann zuverlässig vorhersagen, wie sich die Preise in den kommenden Wochen entwickeln. Deshalb sollten wir jetzt die verfügbaren Angebote vergleichen und prüfen, welche Vertragskonditionen Ihnen die beste Planungssicherheit bieten.“
Netzentgelte & Regulierung – Milliardenentlastung für Stromkunden und neue Regeln für Speicher

Stromnetzentgelte: Milliardenentlastung für 2027 bis 2029 geplant
Die Bundesregierung plant, die Stromnetzentgelte auch in den kommenden Jahren durch Bundesmittel zu entlasten.
Ein Gesetzentwurf sieht für die Jahre 2027 bis 2029 einen jährlichen Zuschuss von rund 5,53 Milliarden Euro zu den Übertragungsnetzkosten vor. Am 8. Oktober wurde der Entwurf erstmals im Bundestag beraten.
Parallel dazu entwickelt die Bundesnetzagentur die Netzentgeltsystematik weiter. Auch die Integration von Stromspeichern und Ladepunkten schreitet voran: Am 1. Oktober wurde die sogenannte MiSpeL-Festlegung beschlossen.
Beide Entwicklungen zeigen, dass die Stromversorgung zunehmend flexibler und stärker an der tatsächlichen Netznutzung ausgerichtet werden soll.
Bereits am 1. Oktober veröffentlichten die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber ihre vorläufigen Netzentgelte für 2027. Trotz des geplanten Bundeszuschusses von rund 5,53 Milliarden Euro steigen die durchschnittlichen Entgelte auf Höchst- und Umspannungsebene von 2,86 auf 3,54 Cent je Kilowattstunde.
Bereits am 1. Oktober veröffentlichten die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber ihre vorläufigen Netzentgelte für 2027. Trotz des geplanten Bundeszuschusses von rund 5,53 Milliarden Euro steigen die durchschnittlichen Entgelte auf Höchst- und Umspannungsebene von 2,86 auf 3,54 Cent je Kilowattstunde.
Für Unternehmen bedeutet das: Staatliche Zuschüsse können Kostensteigerungen abmildern, verhindern aber nicht zwangsläufig höhere Netzentgelte. Wie sich die Stromkosten 2027 tatsächlich entwickeln, hängt unter anderem vom jeweiligen Netzgebiet und der Verbrauchsstruktur ab.
➡️ Kurz & klar im Kundengespräch:
➡️ Kurz & klar im Kundengespräch:
„Für die kommenden Jahre sind staatliche Entlastungen bei den Stromnetzentgelten geplant. Das kann die Stromkosten senken, bedeutet aber nicht automatisch einen günstigeren Gesamtpreis. Entscheidend ist immer das vollständige Angebot.“
🔎 Was das für Energiemakler bedeutet
👉 Die geplanten Zuschüsse können die Stromkosten dämpfen. Wie stark einzelne Kunden profitieren, hängt jedoch von Netzgebiet, Verbrauchsstruktur und weiteren Preisbestandteilen ab. Die zukünftigen Regeln für Speicher und flexible Verbraucher gewinnen insbesondere für gewerbliche Kunden an Bedeutung.
🧭 Europa-Radar: LNG und geopolitische Unsicherheiten beeinflussen die europäischen Energiepreise

Europas Energiemarkt: LNG und geopolitische Risiken halten die Preise in Bewegung
Europas Energieversorgung ist heute breiter aufgestellt als noch vor wenigen Jahren. Neben Pipelinegas spielen Flüssiggasimporte (LNG) eine wichtige Rolle.
Damit ist Europa jedoch stärker mit dem weltweiten Gasmarkt verflochten. Internationale Nachfrage, geopolitische Konflikte und mögliche Einschränkungen von Lieferwegen können die Großhandelspreise erheblich beeinflussen.
Auch der Iran-Konflikt hat 2026 die Unsicherheit an den Energiemärkten verstärkt. Die gestiegenen Gasgroßhandelspreise wirken sich zunehmend auf neue Lieferangebote aus.
Die Herausforderung für Europa bleibt deshalb, Versorgungssicherheit und wirtschaftlich tragbare Energiepreise miteinander zu verbinden.
➡️ Kurz & klar im Kundengespräch:
„Unsere Energiepreise werden auch von internationalen Entwicklungen beeinflusst. Deshalb können sich Angebote kurzfristig verändern, selbst wenn die Versorgung gesichert ist. Mit einer passenden Vertragslaufzeit und Preisbindung schaffen wir mehr Planungssicherheit.“
🔎 Was bedeutet das für Energiemakler?
🔎 Was das für Energiemakler bedeutet
👉 Kunden benötigen momentan weniger Schlagzeilen und mehr Einordnung. Die entscheidende Aufgabe besteht darin, aus vielen teilweise widersprüchlichen Informationen eine nachvollziehbare Entscheidung für das jeweilige Unternehmen abzuleiten.
Inside enermakler: Makler Mindset – enermakler 3.0 ist live – ein neues Kapitel der digitalen Energievermittlung

