Oct 31

Inside Oktober 2026: Ein Monat voller Veränderungen

Vorwort

Liebe Energiemaklerinnen und Energiemakler,

der Oktober hat erneut gezeigt, wie dynamisch der Energiemarkt ist. Die Heizperiode beginnt, die Gasversorgung rückt stärker in den Fokus und steigende Beschaffungskosten sorgen für neue Herausforderungen bei der Energiebeschaffung.

Gleichzeitig werden wichtige Weichen für die kommenden Jahre gestellt. Die geplante Entlastung bei den Stromnetzentgelten, neue regulatorische Entwicklungen und internationale Marktbewegungen beeinflussen die Perspektiven für 2027.

Auch für uns war der Oktober ein besonderer Monat: Am 19. Oktober ist enermakler 3.0 erfolgreich gestartet. Damit haben wir einen wichtigen Schritt in Richtung einer moderneren, effizienteren und vollständig digitalen Energievermittlung gemacht.

In dieser Ausgabe haben wir die wichtigsten Entwicklungen kompakt zusammengefasst und zeigen, welche Auswirkungen sie auf die tägliche Arbeit von Energiemaklern haben.

Wir wünschen Ihnen eine interessante Lektüre und einen erfolgreichen November!

Herzliche Grüße

Alexander Schießl

Alexander Schießl

Inhalte

Branchen-News: Deutschlands Gasspeicher vor dem Winter – Versorgung gesichert, aber mit Risiken

Deutschlands Gasspeicher vor dem Winter: Versorgung stabil, aber Risiken bleiben

Deutschland startet mit vergleichsweise niedrigen Gasspeicherständen in die Heizperiode 2026/2027. Nach Angaben der Bundesnetzagentur waren die Speicher am 30. Oktober zu 61,6 Prozent gefüllt – deutlich weniger als in den Vergleichszeiträumen vergangener Jahre.

Trotzdem bewertet die Behörde die laufenden Gasimporte als stabil. Neben Pipelinegas tragen LNG-Lieferungen zur Versorgung bei. Die niedrigen Speicherstände bedeuten daher nicht automatisch eine drohende Gasmangellage.

Allerdings bleibt die Situation abhängig von Temperaturen, Importmengen und internationalen Preisentwicklungen. Insbesondere ein kalter Winter könnte die Nachfrage und damit den Preisdruck erhöhen.

💡 Neue Spielregeln im Strommarkt

Auch der Strommarkt verändert sich grundlegend. Der starke Ausbau von Wind- und Solarenergie sorgt zunehmend für größere Preisunterschiede innerhalb eines Tages: In Stunden mit viel erneuerbarer Erzeugung können die Börsenpreise stark fallen, während sie bei wenig Wind und Sonne deutlich steigen.

Gleichzeitig gewinnen Netzentgelte, Lastprofile, Smart Meter und flexible Verbrauchszeiten an Bedeutung. Mit der geplanten Reform der Netzentgeltsystematik soll künftig stärker berücksichtigt werden, wann und wie das Stromnetz genutzt wird.

Für Unternehmen bedeutet das: Nicht mehr nur die verbrauchte Strommenge und der Arbeitspreis entscheiden über die Energiekosten. Der Zeitpunkt des Verbrauchs, Leistungsspitzen und die Fähigkeit, Lasten zu verschieben, werden zunehmend zu wirtschaftlichen Faktoren.

🔎 Was bedeutet das für Energiemakler?

👉 Versorgungssicherheit ist nicht mit Preisstabilität gleichzusetzen. Für Unternehmen bleibt es wichtig, die Beschaffung rechtzeitig zu planen und Preisrisiken bei der Vertragsgestaltung zu berücksichtigen.

➡️ Kurz & klar im Kundengespräch:
„Die Gasversorgung in Deutschland ist derzeit gesichert. Allerdings sind die Speicherstände niedriger als in den Vorjahren. Deshalb lohnt es sich, bestehende Verträge frühzeitig zu prüfen und mögliche Preisrisiken rechtzeitig abzusichern.“

💡  Unser Tipp

Bestehende Gasverträge jetzt prüfen. Besonders bei auslaufenden Verträgen sollten Kunden frühzeitig über neue Angebote, Vertragslaufzeiten und mögliche Preisbindungen informiert werden. Wer rechtzeitig vergleicht, gewinnt Handlungsspielraum.

Marktbewegungen & neue Dynamiken: Strom- und Gaspreise steigen – der Jahreswechsel 2027 rückt näher

Strom- und Gaspreise im Oktober 2026: Steigende Kosten, aktiver Wettbewerb

Der Oktober 2026 war von steigenden Energiepreisen geprägt. Besonders am Gasmarkt sorgten geopolitische Unsicherheiten und höhere Großhandelspreise für zusätzlichen Kostendruck. Auch die Strompreise zogen an, wenn auch weniger stark.

Nach den für Ende Oktober berichteten Verivox-Auswertungen lagen die Stromangebote für Haushalts-Neukunden bei rund 33 Cent je Kilowattstunde, während Gaspreise etwa 14 Cent je Kilowattstunde erreichten. Beide Werte lagen über dem Vormonat, wobei der Anstieg bei Gas deutlicher ausfiel.

Trotz dieser Entwicklung bleibt der Wettbewerb auf dem Energiemarkt lebendig. Nach Angaben der Bundesnetzagentur wechselten im ersten Halbjahr 2026 rund 3,7 Millionen Haushalte ihren Stromanbieter und 1,1 Millionen ihren Gasanbieter. Die geschätzte jährliche Gesamtersparnis belief sich auf 331 Millionen Euro bei Strom und 455 Millionen Euro bei Gas.

Diese Zahlen verdeutlichen, dass sich der Anbietervergleich weiterhin lohnt. Gleichzeitig können steigende Beschaffungskosten neue Tarifangebote verteuern. Mit Blick auf den Lieferbeginn zum 1. Januar 2027 gewinnt eine rechtzeitige Vertragsprüfung an Bedeutung.

🔎 Was bedeutet das für Energiemakler?

👉 Die gestiegenen Beschaffungskosten können neue Tarifangebote verteuern. Gerade bei gewerblichen Kunden mit auslaufenden Verträgen sollten verfügbare Angebote, Preisbindungen und Lieferbeginne frühzeitig geprüft werden.

➡️ Kurz & klar im Kundengespräch
„Die Energiepreise sind im Oktober gestiegen, besonders deutlich beim Gas. Niemand kann zuverlässig vorhersagen, wie sich die Preise in den kommenden Wochen entwickeln. Deshalb sollten wir jetzt die verfügbaren Angebote vergleichen und prüfen, welche Vertragskonditionen Ihnen die beste Planungssicherheit bieten.“

💡 Unser Tipp

Den Jahreswechsel 2027 nicht aufschieben, den Jahreswechsel 2027 jetzt vorbereiten. Prüfen Sie auslaufende Strom- und Gasverträge rechtzeitig. Achten Sie auf Angebotsgültigkeit, Preisgarantie und Vertragslaufzeit. Ein rechtzeitiger Vergleich schafft Handlungsspielraum und hilft, unnötige Preisrisiken zu vermeiden.

Netzentgelte & Regulierung – Milliardenentlastung für Stromkunden und neue Regeln für Speicher

Stromnetzentgelte: Milliardenentlastung für 2027 bis 2029 geplant

Die Bundesregierung plant, die Stromnetzentgelte auch in den kommenden Jahren durch Bundesmittel zu entlasten.

Ein Gesetzentwurf sieht für die Jahre 2027 bis 2029 einen jährlichen Zuschuss von rund 5,53 Milliarden Euro zu den Übertragungsnetzkosten vor. Am 8. Oktober wurde der Entwurf erstmals im Bundestag beraten.

Parallel dazu entwickelt die Bundesnetzagentur die Netzentgeltsystematik weiter. Auch die Integration von Stromspeichern und Ladepunkten schreitet voran: Am 1. Oktober wurde die sogenannte MiSpeL-Festlegung beschlossen.

Beide Entwicklungen zeigen, dass die Stromversorgung zunehmend flexibler und stärker an der tatsächlichen Netznutzung ausgerichtet werden soll.

Bereits am 1. Oktober veröffentlichten die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber ihre vorläufigen Netzentgelte für 2027. Trotz des geplanten Bundeszuschusses von rund 5,53 Milliarden Euro steigen die durchschnittlichen Entgelte auf Höchst- und Umspannungsebene von 2,86 auf 3,54 Cent je Kilowattstunde.

Für Unternehmen bedeutet das: Staatliche Zuschüsse können Kostensteigerungen abmildern, verhindern aber nicht zwangsläufig höhere Netzentgelte. Wie sich die Stromkosten 2027 tatsächlich entwickeln, hängt unter anderem vom jeweiligen Netzgebiet und der Verbrauchsstruktur ab.

➡️ Kurz & klar im Kundengespräch:
„Für die kommenden Jahre sind staatliche Entlastungen bei den Stromnetzentgelten geplant. Das kann die Stromkosten senken, bedeutet aber nicht automatisch einen günstigeren Gesamtpreis. Entscheidend ist immer das vollständige Angebot.“

🔎 Was das für Energiemakler bedeutet

👉 Die geplanten Zuschüsse können die Stromkosten dämpfen. Wie stark einzelne Kunden profitieren, hängt jedoch von Netzgebiet, Verbrauchsstruktur und weiteren Preisbestandteilen ab. Die zukünftigen Regeln für Speicher und flexible Verbraucher gewinnen insbesondere für gewerbliche Kunden an Bedeutung.

💡 Unser Tipp

Stromangebote immer als Gesamtpreis bewerten. Beschaffungspreis, Netzentgelte, Umlagen und Vertragsbedingungen müssen gemeinsam betrachtet werden. Eine Entlastung bei einzelnen Preisbestandteilen garantiert noch keinen insgesamt günstigeren Tarif.

🧭 Europa-Radar: LNG und geopolitische Unsicherheiten beeinflussen die europäischen Energiepreise

Europas Energiemarkt: LNG und geopolitische Risiken halten die Preise in Bewegung

Europas Energieversorgung ist heute breiter aufgestellt als noch vor wenigen Jahren. Neben Pipelinegas spielen Flüssiggasimporte (LNG) eine wichtige Rolle.

Damit ist Europa jedoch stärker mit dem weltweiten Gasmarkt verflochten. Internationale Nachfrage, geopolitische Konflikte und mögliche Einschränkungen von Lieferwegen können die Großhandelspreise erheblich beeinflussen.

Auch der Iran-Konflikt hat 2026 die Unsicherheit an den Energiemärkten verstärkt. Die gestiegenen Gasgroßhandelspreise wirken sich zunehmend auf neue Lieferangebote aus.

Die Herausforderung für Europa bleibt deshalb, Versorgungssicherheit und wirtschaftlich tragbare Energiepreise miteinander zu verbinden.

➡️ Kurz & klar im Kundengespräch:
„Unsere Energiepreise werden auch von internationalen Entwicklungen beeinflusst. Deshalb können sich Angebote kurzfristig verändern, selbst wenn die Versorgung gesichert ist. Mit einer passenden Vertragslaufzeit und Preisbindung schaffen wir mehr Planungssicherheit.“

🔎 Was bedeutet das für Energiemakler?

👉 Internationale Entwicklungen können auch deutsche Strom- und Gastarife beeinflussen. Für die Kundenberatung wird es immer wichtiger, zwischen kurzfristigen Marktschwankungen und langfristigen Beschaffungsentscheidungen zu unterscheiden.

💡 Unser Tipp

Nicht auf Schlagzeilen reagieren, sondern auf konkrete Angebote. Vergleichen Sie die verfügbaren Konditionen und berücksichtigen Sie die Risikobereitschaft Ihrer Kunden. Gerade bei größeren Verbrauchsmengen können unterschiedliche Vertragsmodelle sinnvoll sein.

🔎 Was das für Energiemakler bedeutet

👉 Kunden benötigen momentan weniger Schlagzeilen und mehr Einordnung. Die entscheidende Aufgabe besteht darin, aus vielen teilweise widersprüchlichen Informationen eine nachvollziehbare Entscheidung für das jeweilige Unternehmen abzuleiten.

💡 Unser Tipp

Nutzen Sie die aktuelle Marktphase nicht für Angstargumente.
Sätze wie „Die Speicher sind leer – Sie müssen sofort abschließen“ sind weder sachlich richtig noch gute Beratung.
Besser ist eine klare Risikoabwägung: Wie lange läuft der bestehende Vertrag? Wie gut ist das aktuelle Angebot? Welche Planungssicherheit benötigt das Unternehmen? Und welches Preisrisiko kann der Kunde tragen?

Genau daraus entsteht professionelle Beratung.


Inside enermakler: Makler Mindset – enermakler 3.0 ist live – ein neues Kapitel der digitalen Energievermittlung

Am 19. Oktober 2026 war es so weit: Nach intensiver Entwicklungsarbeit ist unsere neue Plattform enermakler 3.0 offiziell gestartet.


Mit der neuen Software schaffen wir die Grundlage für eine schnellere, transparentere und effizientere Zusammenarbeit zwischen Energiemaklern und Energieversorgern.


Die Plattform vereint Standard- und Individualkalkulationen, Ausschreibungen, digitale Auftragsabwicklung und Kundenverwaltung in einem System.


Zum Start standen bereits 26 Energieversorger mit rund 160 Tarifen zur Verfügung. Weitere Anbieter und Funktionen werden schrittweise ergänzt.


Die ersten Erfahrungen


Die ersten Tage haben gezeigt, wie wichtig eine intuitive Software und eine gute Unterstützung während der Umstellung sind.

Viele Vertriebspartner haben sich bereits mit der neuen Plattform vertraut gemacht. Gleichzeitig nutzen wir die Rückmeldungen aus dem laufenden Betrieb, um Funktionen weiter zu optimieren und Abläufe zu vereinfachen.


Unser Anspruch ist klar: Energiemakler sollen mehr Zeit für ihre Kunden und weniger Aufwand mit administrativen Prozessen haben.


➡️ Kurz & klar im Kundengespräch:

„Mit unserer neuen Plattform können wir Energieangebote verschiedener Versorger digital vergleichen und die Vertragsabwicklung effizienter gestalten. So finden wir schneller passende Lösungen und behalten Ihre Verträge und deren Laufzeiten besser im Blick.“

🔎 Was das für Energiemakler bedeutet

👉 Mit enermakler 3.0 stehen deutlich mehr digitale Möglichkeiten zur Verfügung, um Kunden zu betreuen, Tarife zu vergleichen und Vermittlungsprozesse zentral abzuwickeln.


💡 Unser Tipp

Nutzen Sie die neue Plattform aktiv. Legen Sie Ihre Kunden im CRM an, testen Sie die Kalkulationsmöglichkeiten und entdecken Sie die neuen Funktionen. Unser digitaler Assistent Max unterstützt Sie direkt auf der Plattform bei Fragen zur Bedienung.


➡️ Unser Gedanke für den Oktober:

Der erfolgreiche Start ist für uns kein Abschluss, sondern der Beginn der nächsten Entwicklungsphase.

Wir bedanken uns bei allen Vertriebspartnerinnen und Vertriebspartnern für das Vertrauen, die Geduld während der Umstellung und die vielen konstruktiven Rückmeldungen.




Quellen & Recherchegrundlage


Gemeinsam gestalten wir die Zukunft der digitalen Energievermittlung.

Bundesnetzagentur: Lagebericht Gasversorgung Deutschland, Stand 30. Oktober 2026; Speicherfüllstände, Gasimporte und aktuelle Lagebewertung.

Bundesnetzagentur / SMARD: Modellierte Strom- und Gaspreise für Neukunden, veröffentlicht am 6. Oktober 2026.

Bundesnetzagentur / SMARD: Entwicklung der Strom- und Gaspreise sowie aktuelle Einzelhandelsdaten, Oktober 2026.

Deutscher Bundestag: Gesetzentwurf zur Entlastung der Übertragungsnetzkosten für 2027 bis 2029, erste Beratung am 8. Oktober 2026.

Bundesnetzagentur: Marktintegration von Speichern und Ladepunkten (MiSpeL), Festlegung vom 1. Oktober 2026.

Bundesnetzagentur: Europäische Gasversorgung, LNG-Importe und internationale Marktverflechtungen, Oktober 2026.

enermakler Operations GmbH: Unternehmensinformationen zum Go-live von enermakler 3.0 am 19. Oktober 2026; Plattformfunktionen und Anbieteranbindungen.