Vorwort
Liebe Energiemaklerinnen und Energiemakler,
wenn wir auf den Juli zurückblicken, fällt vor allem eines auf: Ruhe.
Eine Ruhe, die man in der Energiewirtschaft nur selten erlebt.
Während uns die vergangenen Monate durch geopolitische Spannungen, starke Marktbewegungen und kurzfristige Preisänderungen begleitet haben, wirkte der Juli nahezu gespenstisch ruhig, nicht nur an den Energiemärkten, sondern auch im täglichen Geschäft.
Viele Energiemakler berichten von einer spürbar geringeren Anzahl an Ausschreibungen und Vertragsabschlüssen. Gleichzeitig ist auch auf Seiten zahlreicher Energieversorger eine gewisse Zurückhaltung zu beobachten. Angebote werden weiterhin sorgfältig kalkuliert und insgesamt scheint der gesamte Markt momentan etwas auf die Bremse getreten zu haben.
Doch gerade diese Ruhe sollte nicht falsch interpretiert werden.
Sie bedeutet nicht, dass der Energiemarkt wieder einfach geworden ist oder keine Herausforderungen mehr bestehen. Vielmehr scheint sich der Markt nach den turbulenten vergangenen Monaten neu zu sortieren. Gleichzeitig steht die deutsche Wirtschaft weiterhin unter erheblichem Druck. Besonders in der Automobilindustrie und ihren Zulieferbetrieben sorgen Restrukturierungen und Insolvenzen für große Unsicherheit. Auch viele Unternehmen im Gastgewerbe kämpfen nach wie vor mit steigenden Kosten und einer zurückhaltenden Konsumstimmung.
Selbst die Fußball-Weltmeisterschaft, von der sich viele Gastronomen zusätzliche Umsätze erhofft hatten, konnte die Erwartungen vielerorts nicht erfüllen. Nach dem frühen Ausscheiden der deutschen Mannschaft blieb die erhoffte Begeisterung aus. Entsprechend wurden deutlich weniger Speisen und Getränke verkauft als vielerorts geplant.
Diese allgemeine Zurückhaltung ist derzeit in vielen Bereichen der Wirtschaft spürbar. Energieversorger bewerten Risiken weiterhin sehr genau und zahlreiche Unternehmen verschieben Investitions- und Beschaffungsentscheidungen in der Hoffnung auf mehr Klarheit.
Wenn der Markt hektisch ist, reagieren viele Kunden. Wenn der Markt dagegen ruhig erscheint, neigen viele dazu, abzuwarten. Doch gerade jetzt entstehen die besten Möglichkeiten, bestehende Kundenbeziehungen zu vertiefen, Vertragslaufzeiten frühzeitig zu analysieren und zukünftige Ausschreibungen strategisch vorzubereiten.
Die kommenden Monate werden zeigen, ob diese ungewöhnliche Ruhe lediglich eine Sommerpause darstellt oder der Beginn einer neuen Marktphase ist. Sicher ist jedoch schon heute: Erfolgreiche Energiemakler warten nicht auf Bewegung, sie nutzen ruhige Zeiten, um optimal vorbereitet zu sein.
Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen unserer Juli-Ausgabe von Inside enermakler.
Herzliche Grüße
Alexander Schießl

Alexander Schießl
Inhalte
Branchen-News: Zwischen Sommerpause und strategischer Neuausrichtung

Der Juli war geprägt von einer ungewöhnlich ruhigen Marktphase. Ausschreibungen gingen spürbar zurück und viele Energieversorger agierten weiterhin zurückhaltend bei der Annahme neuer Aufträge. Hinter dieser scheinbaren Ruhe wurden jedoch wichtige Weichen für die Zukunft gestellt.
Für Unzufriedenheit sorgten die ersten Auktionen im nationalen Emissionshandel (nEHS). Vor allem mittelständische Unternehmen kritisieren, dass die Teilnahme zwar grundsätzlich möglich ist, in der Praxis jedoch mit hohen organisatorischen und technischen Hürden verbunden sei. Gerade energieintensive Unternehmen werden die Entwicklung deshalb weiterhin aufmerksam verfolgen müssen.
🔎 Was bedeutet das für Energiemakler?
💡 Unser Tipp
Sprechen Sie Industrie- und Gewerbekunden frühzeitig auf ihre langfristige Beschaffungsstrategie an und beziehen Sie CO₂-Kosten in Ihre Beratung mit ein.
Marktbewegungen & neue Dynamiken: Wenn Strom zeitweise nichts kostet und trotzdem nicht billig ist

Auf den ersten Blick wirkte der Energiemarkt im Juli ungewöhnlich ruhig. Die Börsenpreise bewegten sich vergleichsweise stabil, gleichzeitig wurden jedoch immer häufiger Stunden mit sehr niedrigen oder sogar negativen Strompreisen registriert. Was zunächst nach einer guten Nachricht klingt, zeigt in Wirklichkeit, wie stark sich der Strommarkt verändert.
Der Grund dafür ist der kontinuierliche Ausbau der erneuerbaren Energien. Vor allem an sonnigen und windreichen Tagen wird zeitweise mehr Strom erzeugt, als unmittelbar verbraucht, gespeichert oder exportiert werden kann. In diesen Stunden fallen die Börsenpreise teilweise auf null oder sogar in den negativen Bereich. Produzenten zahlen dann dafür, dass überschüssiger Strom abgenommen wird.
Viele Unternehmen fragen sich deshalb zurecht: Warum bleibt meine Stromrechnung hoch, wenn Strom an der Börse zeitweise kostenlos ist?
Die Antwort liegt in der Zusammensetzung des Strompreises. Der Börsenpreis macht nur einen Teil der Gesamtkosten aus. Hinzu kommen Netzentgelte, Messstellenbetrieb, Steuern, Umlagen, Beschaffungs- und Ausgleichsenergiekosten sowie die Aufwendungen des Energieversorgers für Vertrieb, Risiko und Abrechnung. Sinkende Börsenpreise führen deshalb nicht automatisch zu niedrigeren Energiekosten.
Gleichzeitig verändert sich die Art der Energiebeschaffung grundlegend. Energieversorger möchten zwar weiterhin neue Kunden gewinnen, prüfen Aufträge heute jedoch deutlich intensiver als noch vor wenigen Jahren. Bonität, Lastgangdaten, Verbrauchsstruktur, Vertragslaufzeiten und vollständige Kundendaten entscheiden häufig bereits im Vorfeld darüber, ob und zu welchen Konditionen ein Angebot erstellt werden kann.
Auch für Unternehmen selbst entstehen neue Möglichkeiten. Wer seinen Stromverbrauch flexibel steuern kann – beispielsweise durch Produktionsprozesse, Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge, Kälteanlagen, Wärmepumpen oder Batteriespeicher –, kann günstige Marktphasen künftig deutlich besser nutzen. Damit entwickelt sich der Strommarkt zunehmend von einem reinen Mengenmarkt zu einem Markt, in dem Menge, Zeitpunkt und Flexibilität gleichermaßen über die Wirtschaftlichkeit entscheiden. Gleichzeitig zeigt sich, dass der Ausbau der Infrastruktur nicht mit der Geschwindigkeit des Ausbaus erneuerbarer Energien Schritt hält. Speicher, intelligente Netze und steuerbare Verbraucher werden in den kommenden Jahren eine immer wichtigere Rolle spielen. Auch die Bundesnetzagentur machte dies im Juli deutlich: Die Ausschreibung für Aufdach-Photovoltaikanlagen zum 1. Juni 2026 blieb trotz einer höheren Zahl eingereichter Gebote erneut unterzeichnet. Das ausgeschriebene Volumen konnte also nicht vollständig vergeben werden. Die Energiewende ist deshalb längst nicht mehr nur eine Frage zusätzlicher Erzeugungskapazitäten, sondern vor allem eine Herausforderung der Systemintegration.
Der Grund dafür ist der kontinuierliche Ausbau der erneuerbaren Energien. Vor allem an sonnigen und windreichen Tagen wird zeitweise mehr Strom erzeugt, als unmittelbar verbraucht, gespeichert oder exportiert werden kann. In diesen Stunden fallen die Börsenpreise teilweise auf null oder sogar in den negativen Bereich. Produzenten zahlen dann dafür, dass überschüssiger Strom abgenommen wird.
Viele Unternehmen fragen sich deshalb zurecht: Warum bleibt meine Stromrechnung hoch, wenn Strom an der Börse zeitweise kostenlos ist?
Die Antwort liegt in der Zusammensetzung des Strompreises. Der Börsenpreis macht nur einen Teil der Gesamtkosten aus. Hinzu kommen Netzentgelte, Messstellenbetrieb, Steuern, Umlagen, Beschaffungs- und Ausgleichsenergiekosten sowie die Aufwendungen des Energieversorgers für Vertrieb, Risiko und Abrechnung. Sinkende Börsenpreise führen deshalb nicht automatisch zu niedrigeren Energiekosten.
Gleichzeitig verändert sich die Art der Energiebeschaffung grundlegend. Energieversorger möchten zwar weiterhin neue Kunden gewinnen, prüfen Aufträge heute jedoch deutlich intensiver als noch vor wenigen Jahren. Bonität, Lastgangdaten, Verbrauchsstruktur, Vertragslaufzeiten und vollständige Kundendaten entscheiden häufig bereits im Vorfeld darüber, ob und zu welchen Konditionen ein Angebot erstellt werden kann.
Auch für Unternehmen selbst entstehen neue Möglichkeiten. Wer seinen Stromverbrauch flexibel steuern kann – beispielsweise durch Produktionsprozesse, Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge, Kälteanlagen, Wärmepumpen oder Batteriespeicher –, kann günstige Marktphasen künftig deutlich besser nutzen. Damit entwickelt sich der Strommarkt zunehmend von einem reinen Mengenmarkt zu einem Markt, in dem Menge, Zeitpunkt und Flexibilität gleichermaßen über die Wirtschaftlichkeit entscheiden. Gleichzeitig zeigt sich, dass der Ausbau der Infrastruktur nicht mit der Geschwindigkeit des Ausbaus erneuerbarer Energien Schritt hält. Speicher, intelligente Netze und steuerbare Verbraucher werden in den kommenden Jahren eine immer wichtigere Rolle spielen. Auch die Bundesnetzagentur machte dies im Juli deutlich: Die Ausschreibung für Aufdach-Photovoltaikanlagen zum 1. Juni 2026 blieb trotz einer höheren Zahl eingereichter Gebote erneut unterzeichnet. Das ausgeschriebene Volumen konnte also nicht vollständig vergeben werden. Die Energiewende ist deshalb längst nicht mehr nur eine Frage zusätzlicher Erzeugungskapazitäten, sondern vor allem eine Herausforderung der Systemintegration.
🔎 Was bedeutet das für Energiemakler?
👉 Die Beratung endet heute nicht mehr beim günstigsten Energiepreis. Immer häufiger entstehen Einsparpotenziale durch eine intelligente Kombination aus Beschaffungsstrategie, Lastganganalyse, Lastspitzenoptimierung, Batteriespeichern sowie der Einbindung von Photovoltaik oder flexiblen Verbrauchseinrichtungen. Nicht jeder Kunde profitiert von einem dynamischen Tarif – nahezu jeder größere Gewerbekunde profitiert jedoch davon, seinen Energieverbrauch besser zu verstehen.
➡️ Kurz & klar im Kundengespräch
„Künftig entscheidet nicht nur, wie viel Strom Sie verbrauchen, sondern immer stärker auch, wann Sie ihn verbrauchen. Genau darin liegen die Einsparpotenziale der Zukunft.“
Plattform & Prozesse: Endspurt der neuen Systemlandschaft

Der Juli stand bei enermakler weiterhin ganz im Zeichen der technischen Weiterentwicklung unserer neuen Plattform. Nach vielen Monaten intensiver Entwicklungsarbeit befinden wir uns nun gemeinsam auf der Zielgeraden. Für unsere Programmierer, unseren Softwarearchitekten und alle Beteiligten ist dies der Endspurt eines Projekts, das die tägliche Arbeit unserer Makler nachhaltig verändern wird. An dieser Stelle möchten wir uns bei allen herzlich bedanken, die mit großem Engagement an diesem Projekt mitwirken.
Mit dem Relaunch erwartet unsere Makler nicht nur ein modernes Erscheinungsbild, sondern vor allem deutlich effizientere Prozesse. Kunden, Aufträge, Ausschreibungen, Provisionen und Auswertungen werden übersichtlicher miteinander verknüpft, sodass Informationen schneller verfügbar sind und viele manuelle Arbeitsschritte entfallen. Gleichzeitig hilft die neue Plattform dabei, unvollständige oder fehlerhafte Kundendaten frühzeitig zu erkennen und unnötige Rückfragen oder Ablehnungen durch Energieversorger zu vermeiden.
Wussten Sie schon? Bereits zum Start des Relaunchs stehen unseren Maklern über 60 B2B-Tarife zur Verfügung. Aktuell arbeiten 11 Energieversorger aktiv auf der Plattform, weitere befinden sich bereits in der Anbindung. Darüber hinaus bietet enermakler eine Vielzahl an B2C-Tarifen, die künftig vollständig sichtbar sein und – je nach Versorger – direkt online abgeschlossen werden können.
Unser Ziel bleibt unverändert: Maklern die Arbeit so einfach wie möglich zu machen, Ausschreibungen zu beschleunigen und unseren Kunden eine noch größere Tarifvielfalt sowie einen effizienteren Beratungsprozess anzubieten.
➡️ Unser Anspruch bleibt dabei unverändert: weniger Administration, schnellere Prozesse, höhere Datenqualität und eine Software, die Energiemakler im Tagesgeschäft aktiv unterstützt.
🔎 Was das für Energiemakler bedeutet
👉 Mit dem Relaunch erhalten Sie ein leistungsstarkes Werkzeug, das Sie bei Ausschreibungen, Angebotsvergleichen und der täglichen Kundenbetreuung noch effizienter unterstützt. Wer die neuen Funktionen früh nutzt, verschafft sich einen echten Vorsprung im Beratungsalltag.
➡️ Kurz & klar im Kundengespräch:
„Wir arbeiten mit einer der modernsten KI-gestützten Energieplattformen am Markt. Dadurch können wir aktuelle Börsenentwicklungen, Preisverläufe und Marktdaten schnell auswerten und für Sie die passende Einkaufsstrategie entwickeln. So treffen wir Entscheidungen auf Basis aktueller Daten – transparent, fundiert und wirtschaftlich.“
Netzentgelte & Regulierung – Netzbetreiber werden künftig nicht mehr nur an ihrer Zuverlässigkeit gemessen

Der Juli brachte wichtige regulatorische Weichenstellungen für die deutsche Energiewirtschaft. Die Bundesnetzagentur hat die zukünftige Qualitätsregulierung der Stromverteilnetze neu ausgerichtet und damit deutlich gemacht: Künftig reicht es nicht mehr aus, Stromnetze lediglich zuverlässig zu betreiben. Ebenso entscheidend wird sein, wie leistungsfähig die Netze den Anforderungen der Energiewende gerecht werden.
Neben der klassischen Netzzuverlässigkeit rücken künftig insbesondere die Netzleistungsfähigkeit, die Digitalisierung sowie die Energiewendekompetenz der Netzbetreiber in den Mittelpunkt. Bewertet werden unter anderem die Geschwindigkeit beim Anschluss neuer Photovoltaik- und Windkraftanlagen, Wärmepumpen, Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzeuge und Batteriespeicher. Auch intelligente Messsysteme, digitale Kundenschnittstellen, modernes Datenmanagement und Smart-Grid-Technologien fließen künftig stärker in die Beurteilung ein.
Mit dieser neuen Methodik möchte die Bundesnetzagentur transparent machen, welche Netzbetreiber die Energiewende besonders effizient unterstützen. Zwar haben die neuen Kennzahlen zunächst noch keinen direkten Einfluss auf die Erlöse der Netzbetreiber, langfristig könnten sie jedoch auch wirtschaftlich stärker berücksichtigt werden.
Für Unternehmen gewinnt damit ein Faktor zunehmend an Bedeutung, der bislang häufig unterschätzt wurde: die Leistungsfähigkeit des örtlichen Netzbetreibers. Ob neue Produktionsanlagen, Ladeparks, Batteriespeicher oder Wärmepumpen zeitnah angeschlossen werden können, hängt künftig immer stärker von den verfügbaren Netzkapazitäten und den digitalen Prozessen des jeweiligen Netzbetreibers ab. Der Netzanschluss entwickelt sich damit immer mehr zu einem echten Standortfaktor.
Auch bei den Gasnetzen stehen grundlegende Veränderungen bevor. Parallel zur Qualitätsregulierung arbeitet die Bundesnetzagentur mit dem Festlegungsverfahren SyGNE an einer neuen Systematik der Gasnetzentgelte. Hintergrund ist der langfristig sinkende Gasverbrauch infolge der Energiewende. Die Kosten für Betrieb, Umbau oder teilweise Stilllegung der Gasnetze müssen künftig auf immer weniger transportierte Energiemengen verteilt werden. Für die verbleibenden Gaskunden könnte dies langfristig zu steigenden Netzentgelten führen.
Hinzu kommt die strategische Zukunft der Gasverteilnetze. Bis spätestens August 2026 muss Deutschland die europäische Richtlinie für erneuerbare Gase, Erdgas und Wasserstoff in nationales Recht umsetzen. Viele Kommunen und Netzbetreiber stehen deshalb vor der Entscheidung, welche Netze langfristig weiterbetrieben, auf Wasserstoff umgestellt oder schrittweise stillgelegt werden. Die Energiewende verändert damit nicht nur die Art der Energieerzeugung, sondern zunehmend auch die Infrastruktur, über die Energie künftig verteilt wird.
➡️ Kurz & klar im Kundengespräch:
Neben der klassischen Netzzuverlässigkeit rücken künftig insbesondere die Netzleistungsfähigkeit, die Digitalisierung sowie die Energiewendekompetenz der Netzbetreiber in den Mittelpunkt. Bewertet werden unter anderem die Geschwindigkeit beim Anschluss neuer Photovoltaik- und Windkraftanlagen, Wärmepumpen, Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzeuge und Batteriespeicher. Auch intelligente Messsysteme, digitale Kundenschnittstellen, modernes Datenmanagement und Smart-Grid-Technologien fließen künftig stärker in die Beurteilung ein.
Mit dieser neuen Methodik möchte die Bundesnetzagentur transparent machen, welche Netzbetreiber die Energiewende besonders effizient unterstützen. Zwar haben die neuen Kennzahlen zunächst noch keinen direkten Einfluss auf die Erlöse der Netzbetreiber, langfristig könnten sie jedoch auch wirtschaftlich stärker berücksichtigt werden.
Für Unternehmen gewinnt damit ein Faktor zunehmend an Bedeutung, der bislang häufig unterschätzt wurde: die Leistungsfähigkeit des örtlichen Netzbetreibers. Ob neue Produktionsanlagen, Ladeparks, Batteriespeicher oder Wärmepumpen zeitnah angeschlossen werden können, hängt künftig immer stärker von den verfügbaren Netzkapazitäten und den digitalen Prozessen des jeweiligen Netzbetreibers ab. Der Netzanschluss entwickelt sich damit immer mehr zu einem echten Standortfaktor.
Auch bei den Gasnetzen stehen grundlegende Veränderungen bevor. Parallel zur Qualitätsregulierung arbeitet die Bundesnetzagentur mit dem Festlegungsverfahren SyGNE an einer neuen Systematik der Gasnetzentgelte. Hintergrund ist der langfristig sinkende Gasverbrauch infolge der Energiewende. Die Kosten für Betrieb, Umbau oder teilweise Stilllegung der Gasnetze müssen künftig auf immer weniger transportierte Energiemengen verteilt werden. Für die verbleibenden Gaskunden könnte dies langfristig zu steigenden Netzentgelten führen.
Hinzu kommt die strategische Zukunft der Gasverteilnetze. Bis spätestens August 2026 muss Deutschland die europäische Richtlinie für erneuerbare Gase, Erdgas und Wasserstoff in nationales Recht umsetzen. Viele Kommunen und Netzbetreiber stehen deshalb vor der Entscheidung, welche Netze langfristig weiterbetrieben, auf Wasserstoff umgestellt oder schrittweise stillgelegt werden. Die Energiewende verändert damit nicht nur die Art der Energieerzeugung, sondern zunehmend auch die Infrastruktur, über die Energie künftig verteilt wird.
➡️ Kurz & klar im Kundengespräch:
„Der Energiepreis ist nur ein Teil Ihrer Gesamtkosten. Netzkapazität, Netzentgelte und die technische Infrastruktur werden für Unternehmen künftig genauso wichtig wie der eigentliche Strom- oder Gaspreis.“
🔎 Was das für Energiemakler bedeutet
👉 Die Beratung endet heute nicht mehr beim günstigsten Energiepreis. Netzkapazitäten, Leistungsspitzen, Netzentgelte und zukünftige Anschlussmöglichkeiten entwickeln sich immer stärker zu entscheidenden Faktoren für die Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens. Gerade bei Gewerbe- und Industriekunden sollten geplante Erweiterungen, Ladeinfrastruktur, Photovoltaikanlagen, Batteriespeicher oder Wärmepumpen frühzeitig in die Energiebeschaffung einbezogen werden.
🧭 Europa-Radar: Brüssel stellt wichtige Weichen für Kundenanlagen und für den Energiemarkt der Zukunft

Der Juli hat erneut gezeigt, dass die entscheidenden Entwicklungen im Energiemarkt zunehmend auf europäischer Ebene stattfinden. Während sich die Börsenpreise vergleichsweise ruhig entwickelten, arbeitet die Europäische Union intensiv daran, die rechtlichen und technischen Rahmenbedingungen für das Energiesystem der Zukunft neu zu gestalten.
Ein zentrales Thema ist derzeit die Zukunft sogenannter Kundenanlagen. Im laufenden Trilogverfahren beraten Europäischer Rat, Europäisches Parlament und Europäische Kommission über die zukünftige Ausgestaltung. Die Positionen unterscheiden sich derzeit noch deutlich. Das endgültige Ergebnis wird erhebliche Auswirkungen auf Quartierslösungen, Mieterstrommodelle sowie Industrie- und Gewerbestandorte mit eigener Energieversorgung haben.
Parallel treibt die Europäische Kommission den Umbau des europäischen Energiesystems weiter voran. Mit dem im Juli vorgestellten Aktionsplan zur Elektrifizierung verfolgt die EU das Ziel, fossile Energieträger in den Bereichen Wärme, Industrie und Verkehr schrittweise durch Strom zu ersetzen. Damit sollen sowohl die Energieunabhängigkeit Europas als auch die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft gestärkt werden.
Diese Entwicklung folgt einer klaren Strategie: Je mehr Strom innerhalb Europas aus erneuerbaren Energien erzeugt wird, desto geringer wird langfristig die Abhängigkeit von importierten fossilen Energieträgern. Im ersten Quartal 2026 stammten bereits 45,5 Prozent der Stromerzeugung in der Europäischen Union aus erneuerbaren Energiequellen. Auch der Anteil erneuerbarer Energien am gesamten europäischen Energieverbrauch steigt kontinuierlich weiter.
Gleichzeitig wird immer deutlicher, dass die Energiewende weit mehr erfordert als den Ausbau von Wind- und Solaranlagen. Leistungsfähige Stromnetze, schnellere Netzanschlüsse, Batteriespeicher, intelligente Messsysteme, flexible Verbraucher und eine digitale Netzsteuerung werden zu den entscheidenden Bausteinen des zukünftigen Energiesystems. Ein Beispiel hierfür ist die im Juli in Betrieb genommene neue Stromverbindung zwischen Spanien und Portugal, die regionale Stromüberschüsse besser nutzbar macht und die Versorgungssicherheit innerhalb Europas weiter verbessert.
Auch bei der Gasversorgung verfolgt Europa einen langfristigen Strategiewechsel. Die schrittweise Beendigung russischer Gasimporte verändert die europäischen Beschaffungsstrukturen nachhaltig. Künftig gewinnen LNG, alternative Lieferländer, europäische Gasspeicher sowie eine koordinierte europäische Beschaffung weiter an Bedeutung.
Europa verfolgt damit mehrere strategische Ziele gleichzeitig: eine höhere Versorgungssicherheit, geringere Importabhängigkeit, den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien, die Elektrifizierung von Industrie, Wärme und Verkehr sowie leistungsfähige Netze zu wettbewerbsfähigen Energiepreisen. Diese Ziele ergänzen sich zwar gegenseitig, erfordern jedoch gleichzeitig erhebliche Investitionen und stellen Unternehmen, Energieversorger und Netzbetreiber vor große Herausforderungen.
➡️ Kurz & klar im Kundengespräch:
„Die Energiepolitik wird zunehmend auf europäischer Ebene gestaltet. Deshalb beobachten wir die Entwicklungen kontinuierlich und beziehen sie frühzeitig in unsere Beratung ein.“
🔎 Was bedeutet das für Energiemakler?
Praxis: Kundenfragen & Einwände im Mai

Die Schlagzeilen im Juli wirkten teilweise widersprüchlich.
Einerseits wurde über eine stabile Versorgungslage und hohe erneuerbare Stromproduktion berichtet. Andererseits blieben Gaspreise erhöht, Netzkosten rückten stärker in den Fokus und Energieversorger prüften Aufträge weiterhin vorsichtig.
Die folgenden Kundenfragen begegnen Energiemaklern deshalb derzeit besonders häufig.
1. „Die Lage hat sich doch beruhigt. Sollte ich jetzt wieder auf fallende Preise warten?“
Antwort:
Eine stabilere Versorgungslage reduziert das Risiko extremer Preissprünge. Sie garantiert jedoch keine dauerhaft fallenden Preise.Wetter, Speicherstände, LNG-Nachfrage, geopolitische Entwicklungen und Kraftwerksverfügbarkeit können den Markt weiterhin beeinflussen.Entscheidend ist deshalb nicht, den niedrigsten möglichen Marktzeitpunkt zu treffen. Entscheidend ist, ob ein Angebot zur Laufzeit, zur Risikobereitschaft und zur Planung des Unternehmens passt.
➡️ Kurz & klar im Kundengespräch: „Der Markt ist ruhiger geworden, aber nicht risikofrei. Planungssicherheit entsteht nicht durch Warten, sondern durch eine passende Beschaffungsentscheidung.“
2. „Warum ist mein Angebot nicht günstiger, obwohl es negative Strompreise gibt?“
Antwort:
Negative Strompreise gelten nur für einzelne Stunden am kurzfristigen Großhandelsmarkt.Der Endkundenpreis enthält zusätzlich Netzentgelte, Steuern, Umlagen, Messkosten, Vertriebskosten und die langfristige Beschaffung des Energieversorgers.Ein Kunde kann von sehr niedrigen Börsenpreisen vor allem dann profitieren, wenn sein Verbrauch flexibel ist und sein Vertrag diese Preisschwankungen abbildet.
➡️ Kurz & klar im Kundengespräch: „Negative Börsenpreise gelten nur in einzelnen Stunden. Ihre Stromrechnung besteht jedoch aus deutlich mehr als dem kurzfristigen Börsenpreis.“
3. „Warum benötigt der Energieversorger so viele Unterlagen von mir?“
Antwort:
Energieversorger bewerten Aufträge heute deutlich differenzierter als früher.Neben dem Verbrauch spielen Bonität, Branche, Lastprofil, Lieferbeginn, bestehende Vertragsbeziehungen und die Qualität der Daten eine wichtige Rolle.Vollständige Unterlagen reduzieren das Risiko einer fehlerhaften Kalkulation und erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass ein Angebot schnell und verbindlich erstellt werden kann.
➡️ Kurz & klar im Kundengespräch: „Je besser Ihre Daten sind, desto genauer kann der Energieversorger kalkulieren – und desto höher ist die Chance auf ein belastbares Angebot.“
4. „Lohnt sich für mein Unternehmen ein dynamischer Stromtarif?“
Antwort:
Das hängt vom Verbrauchsverhalten ab.Ein dynamischer Tarif kann interessant sein, wenn größere Strommengen zeitlich verschoben werden können – beispielsweise durch Batteriespeicher, Ladeinfrastruktur, Kälteanlagen oder steuerbare Produktionsprozesse.Bei einem weitgehend unflexiblen Verbrauch können Preisschwankungen dagegen zusätzliche Risiken verursachen.Vor einer Entscheidung sollte deshalb immer das Lastprofil analysiert werden.
➡️ Kurz & klar im Kundengespräch: „Ein dynamischer Tarif lohnt sich nicht allein wegen niedriger Börsenpreise. Entscheidend ist, ob Ihr Unternehmen Strom flexibel nutzen kann.“
5. „Ist ein langfristiger Vertrag bei dieser Marktlage noch sinnvoll?“Antwort:Eine längere Laufzeit bietet Planungssicherheit, kann aber die Möglichkeit begrenzen, kurzfristig von sinkenden Preisen zu profitieren.Eine kürzere Laufzeit oder indexierte Beschaffung bietet mehr Marktnähe, erhöht jedoch das Preisrisiko.Die richtige Entscheidung hängt von Liquidität, Planungssicherheit, Risikobereitschaft und Verbrauchsstruktur des Unternehmens ab.
➡️ Kurz & klar im Kundengespräch: „Es gibt nicht die eine richtige Laufzeit für alle Kunden. Entscheidend ist, wie viel Preissicherheit Ihr Unternehmen benötigt und welches Risiko es tragen kann.“
Einerseits wurde über eine stabile Versorgungslage und hohe erneuerbare Stromproduktion berichtet. Andererseits blieben Gaspreise erhöht, Netzkosten rückten stärker in den Fokus und Energieversorger prüften Aufträge weiterhin vorsichtig.
Die folgenden Kundenfragen begegnen Energiemaklern deshalb derzeit besonders häufig.
1. „Die Lage hat sich doch beruhigt. Sollte ich jetzt wieder auf fallende Preise warten?“
Antwort:
Eine stabilere Versorgungslage reduziert das Risiko extremer Preissprünge. Sie garantiert jedoch keine dauerhaft fallenden Preise.Wetter, Speicherstände, LNG-Nachfrage, geopolitische Entwicklungen und Kraftwerksverfügbarkeit können den Markt weiterhin beeinflussen.Entscheidend ist deshalb nicht, den niedrigsten möglichen Marktzeitpunkt zu treffen. Entscheidend ist, ob ein Angebot zur Laufzeit, zur Risikobereitschaft und zur Planung des Unternehmens passt.
➡️ Kurz & klar im Kundengespräch: „Der Markt ist ruhiger geworden, aber nicht risikofrei. Planungssicherheit entsteht nicht durch Warten, sondern durch eine passende Beschaffungsentscheidung.“
2. „Warum ist mein Angebot nicht günstiger, obwohl es negative Strompreise gibt?“
Antwort:
Negative Strompreise gelten nur für einzelne Stunden am kurzfristigen Großhandelsmarkt.Der Endkundenpreis enthält zusätzlich Netzentgelte, Steuern, Umlagen, Messkosten, Vertriebskosten und die langfristige Beschaffung des Energieversorgers.Ein Kunde kann von sehr niedrigen Börsenpreisen vor allem dann profitieren, wenn sein Verbrauch flexibel ist und sein Vertrag diese Preisschwankungen abbildet.
➡️ Kurz & klar im Kundengespräch: „Negative Börsenpreise gelten nur in einzelnen Stunden. Ihre Stromrechnung besteht jedoch aus deutlich mehr als dem kurzfristigen Börsenpreis.“
3. „Warum benötigt der Energieversorger so viele Unterlagen von mir?“
Antwort:
Energieversorger bewerten Aufträge heute deutlich differenzierter als früher.Neben dem Verbrauch spielen Bonität, Branche, Lastprofil, Lieferbeginn, bestehende Vertragsbeziehungen und die Qualität der Daten eine wichtige Rolle.Vollständige Unterlagen reduzieren das Risiko einer fehlerhaften Kalkulation und erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass ein Angebot schnell und verbindlich erstellt werden kann.
➡️ Kurz & klar im Kundengespräch: „Je besser Ihre Daten sind, desto genauer kann der Energieversorger kalkulieren – und desto höher ist die Chance auf ein belastbares Angebot.“
4. „Lohnt sich für mein Unternehmen ein dynamischer Stromtarif?“
Antwort:
Das hängt vom Verbrauchsverhalten ab.Ein dynamischer Tarif kann interessant sein, wenn größere Strommengen zeitlich verschoben werden können – beispielsweise durch Batteriespeicher, Ladeinfrastruktur, Kälteanlagen oder steuerbare Produktionsprozesse.Bei einem weitgehend unflexiblen Verbrauch können Preisschwankungen dagegen zusätzliche Risiken verursachen.Vor einer Entscheidung sollte deshalb immer das Lastprofil analysiert werden.
➡️ Kurz & klar im Kundengespräch: „Ein dynamischer Tarif lohnt sich nicht allein wegen niedriger Börsenpreise. Entscheidend ist, ob Ihr Unternehmen Strom flexibel nutzen kann.“
5. „Ist ein langfristiger Vertrag bei dieser Marktlage noch sinnvoll?“Antwort:Eine längere Laufzeit bietet Planungssicherheit, kann aber die Möglichkeit begrenzen, kurzfristig von sinkenden Preisen zu profitieren.Eine kürzere Laufzeit oder indexierte Beschaffung bietet mehr Marktnähe, erhöht jedoch das Preisrisiko.Die richtige Entscheidung hängt von Liquidität, Planungssicherheit, Risikobereitschaft und Verbrauchsstruktur des Unternehmens ab.
➡️ Kurz & klar im Kundengespräch: „Es gibt nicht die eine richtige Laufzeit für alle Kunden. Entscheidend ist, wie viel Preissicherheit Ihr Unternehmen benötigt und welches Risiko es tragen kann.“
🔎 Was das für Energiemakler bedeutet
👉 Die Beratung endet heute nicht mehr beim günstigsten Energiepreis. Netzkapazitäten, Leistungsspitzen, Netzentgelte und zukünftige Anschlussmöglichkeiten entwickeln sich immer stärker zu entscheidenden Faktoren für die Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens. Gerade bei Gewerbe- und Industriekunden sollten geplante Erweiterungen, Ladeinfrastruktur, Photovoltaikanlagen, Batteriespeicher oder Wärmepumpen frühzeitig in die Energiebeschaffung einbezogen werden.
Inside enermakler: Makler Mindset – nicht auf den perfekten Markt warten

