Jan 31

Inside Januar 2026: Klarer Kurs. Saubere Prozesse. Mehr Abschlüsse.

Vorwort

Liebe Energiemaklerinnen und Energiemakler,

ein neues Jahr beginnt und erfahrungsgemäß ist der Januar nie nur ein „Neustart“. Er ist in der Praxis vor allem eines: Sortieren, Nachziehen, Stabilisieren. Kunden kommen mit offenen Fragen aus dem Vorjahr, viele Unternehmen starten mit neuen Budgets, neue Ansprechpartner tauchen auf, Prozesse müssen sich wieder einpendeln.

Gleichzeitig bleibt auch der Markt nicht stehen. Das Wettbewerbsumfeld professionalisiert sich, Vertriebsorganisationen wachsen, Strukturen werden zentraler gesteuert und Prozesse stärker standardisiert. Vor allem die jüngsten Marktbewegungen zeigen, dass der Energievertrieb zunehmend in investorengetriebenen Strukturen organisiert wird. Das verändert die Spielregeln, nicht dramatisch, aber spürbar.

Mit diesem Januar-Inside möchten wir Ihnen Orientierung geben: Welche Entwicklungen die Branche bewegen und wie Sie den Jahresstart im Vertrieb taktisch klug nutzen. 

Alexander Schießl

Inhalte

Branchen-News – ICS Business-Verkauf an Blixt Group

Das Jahr 2026 beginnt mit einer richtungsweisenden Nachricht für die Energiebranche in Deutschland, insbesondere für Energiemakler im Gewerbekundensegment. Die bisher familiengeführte ICS Business GmbH, ein etablierter Energiedistributor im B2B-Bereich, wurde vollständig an die britische Investmentgesellschaft Blixt Group verkauft.

Diese Transaktion ist mehr als ein klassischer Eigentümerwechsel: Sie markiert einen möglichen Wendepunkt in der Ausrichtung ganzer Marktsegmente. Internationale Kapitalgeber sehen im Energievertrieb wachsendes Potenzial als skalierbares, technologiebasiertes Geschäftsmodell.

💡 Blixt Group und Fidelty Energie - Ein Blick auf das Modell

Die Blixt Group ist eine pan-europäische Investment- bzw. Private-Equity-Gesellschaft mit Sitz in London, die gezielt in wachstumsorientierte Firmen mit hohem Skalierungspotenzial investiert. Ihr Fokus liegt auf Unternehmen mit stabilen Umsätzen zwischen 20 und 150 Mio. € und der Möglichkeit, über operative Verbesserungen sowie Akquisitionen Wachstum zu generieren.

Im Energiesektor ist Blixt bereits als Mehrheitsinvestor bei Fidelity Energy aktiv – einem britischen Unternehmen, das sich klar als Energiemakler und Beratungsdienstleister positioniert und am ehesten mit dem in Deutschland erfolgreichen Konzept von wattline verglichen werden kann: Fidelty Energy unterstützt Geschäftskunden bei der Beschaffung von Energieverträgen, integriert Nachhaltigkeits- und Effizienzlösungen und baut zentrale Kunden-, Daten- und Vertragsprozesse systematisch aus. 

Damit steht Blixt in engem Austausch mit einem Geschäftsmodell, das deutlich direkteren Kundenkontakt, systemisierte Services und zentrale Prozesshoheit in den Vordergrund stellt – ein Ansatz, der sich vom klassischen Distribution-Modell unterscheidet.

🔎 Was bedeutet das für Energiemakler?

Die ICS Business GmbH agiert traditionell als Distribution im Gewerbekundenbereich, die energienahe Leistungen zwischen Energiemaklern und Energieversorgern vermittelt. Der direkte Kundenkontakt und die Datenhoheit lagen historisch primär bei den Maklern, nicht bei der Distribution. 

Für die Branche ist besonders interessant, was diese Akquisition für die Marktdynamik bedeutet: Internationale Investoren sehen einen hohen Wert in strukturierten Kundendaten, Vertragsvolumina und systematischen Prozessen - Assets, die weit über das reine Distributionsmodell hinausgehen. 

Zudem ändert sich mit dem Einstieg eines kapitalstarken Investors oft auch die strategische Ausrichtung eines Unternehmens. Ein mögliches Szenario wäre eine stärkere Zentralisierung des Kundenzugangs und der Ausbau eigener Vertriebseinheiten statt rein vermittelnder Partnerstrukturen.

Dies wirft die zentrale Frage auf: „Wem gehören künftig Kundenbeziehungen, Datenhoheit und Prozesssteuerung?“ Der Handlungsspielraum unabhängiger Makler könnte dadurch neu definiert werden.

✅  Fazit

Die Übernahme der ICS Business GmbH durch die Blixt Group steht symbolisch für eine tiefgreifende Marktverschiebung. Internationale Investoren positionieren sich nicht nur im klassischen Energiehandel, sondern zunehmend entlang der Wertschöpfungskette, möglicherweise hin zu direktem Kundenkontakt, systematisierten Prozessen und datengetriebenen Geschäftsmodellen.

Für unabhängige Makler bedeutet dies: Wer heute seine Prozesse unabhängig, digital und kundenzentriert aufstellt, sichert sich nicht nur Resilienz in einem sich wandelnden Umfeld, sondern bleibt auch relevant, wenn kapitalstarke Akteure ihre strategischen Ambitionen in diesem Markt weiter ausbauen.

Marktbewegungen & neue Player – wer jetzt in den Energiemarkt drängt 

Immer mehr branchenfremde Unternehmen entdecken den Energiemarkt als strategisches Geschäftsfeld. Aktuell sorgt die Nachricht für Aufmerksamkeit, dass IKEA als Energieanbieter stärker durchstarten möchte. Noch sind nicht alle Details bekannt, jedoch wird deutlich:        Der Konzern startet zunächst mit Fokus auf B2C-Kunden und nutzt dabei seine enorme Reichweite und Kundenbindung.

Warum IKEA im Energiemarkt relevant ist?
IKEA ist kein klassischer Energieversorger, aber ein Konzern mit einem entscheidenden Vorteil: direkter Kundenzugang.
Während viele Versorger hohe Kosten für Leadgewinnung, Marketing und Neukundengewinnung tragen, sitzt IKEA bereits „am Endkunden“  millionenfach, täglich.
Genau das macht neue Marktteilnehmer wie IKEA so gefährlich, nicht wegen technischer Kompetenz, sondern wegen Vertriebsmacht.

🔎 Was bedeutet das für Energiemakler?

Für Energiemakler ist das kein Randthema. Es zeigt, dass der Wettbewerb im Energiemarkt nicht nur von Stadtwerken, EVUs oder Vergleichsportalen geprägt wird sondern zunehmend von Markenplattformen.
Bereits heute beeinflussen Player wie Check24, Verivox den Markt stark. Wenn nun ein weiterer großer Konzern mit Endkundenreichweite hinzukommt, kann das mittelfristig zu folgenden Entwicklungen führen:

1) Preisdruck über große Reichweite
IKEA könnte Tarife als „Add-on“ verkaufen, ähnlich wie Versicherungen oder Finanzprodukte mit geringeren Vertriebskosten pro Kunde.
Das erzeugt Druck auf klassische EVU-Tarife, insbesondere im Standard-B2C-Segment.

2) Wechsel von „Preisvergleich“ zu „Markenvertrauen“
Viele Endkunden wechseln nicht mehr nur über Preisportale, sondern über Marken, denen sie vertrauen oder bei denen sie sowieso kaufen.
Das verändert die Neukundenlogik im Privatkundensegment deutlich.

3) Chance für Makler: Der Makler wird im Gewerbe noch wichtiger
Je mehr Big Player sich auf B2C stürzen, desto stärker entsteht ein Gegengewicht:
Gewerbe, Industrie, Mehrstandorte, RLM, also Segmente, in denen Beratung, Datenqualität und Abwicklung zählen.

Und genau dort ist der Energiemakler nicht ersetzbar.

💡 Fazit

✔ IKEA ist kein unmittelbarer Angriff auf den Energiemaklervertrieb.
 Es ist  ein weiteres Signal: Der Energiemarkt wird plattformgetriebener, kundenreichweitenstärker und marketinglastiger.

✔ Für Energiemakler bedeutet das:
 Wer 2026 gewinnen will, fokussiert sich stärker auf Prozessqualität, Gewerbesegment, Beratungstiefe und stabile Zusammenarbeit mit EVUs.

Politik & Energiesystem – Was 2026 wirklich zählt

Energiepolitik ist 2026 weniger geprägt von großen Ankündigungen, sondern von einer klaren Systemrichtung: Stabilität, Versorgungssicherheit und Kostenkontrolle. Das zeigen mehrere Entscheidungen der letzten Wochen sehr deutlich.

Für den Energiemarkt bedeutet das: Politik und EU konzentrieren sich stärker auf Maßnahmen, die das System absichern, selbst wenn diese in der öffentlichen Wahrnehmung weniger emotional sind als Preisdebatten.

Versorgungssicherheit: EU-Grundsatzeinigung zur Kraftwerksstrategie (12 GW)
Ein zentrales Signal ist die Einigung Deutschlands mit der EU-Kommission über Eckpunkte der Kraftwerksstrategie. Laut Bundeswirtschaftsministerium sollen in einem ersten Schritt noch 2026 insgesamt 12 Gigawatt (GW) neue steuerbare Kapazität ausgeschrieben werden.

Das ist keine Randnotiz, sondern ein Systemstatement: Europa erkennt ausdrücklich an, dass ein erneuerbares Energiesystem steuerbare Leistung benötigt, um Dunkelflauten und Lastspitzen abzusichern.

Praxisbedeutung (Gewerbe):
Für viele Gewerbe- und Industriekunden ist das ein wichtiges Vertrauenssignal: Der Markt wird nicht nur „grün“, sondern auch beherrschbar und planbar.

Stromkosten 2026: 6,5 Mrd. € Zuschuss zu Übertragungsnetzkosten
Parallel dazu hat die Bundesregierung eine sehr konkrete Entlastungsmaßnahme beschlossen:                                                                           
Für 2026 erhalten die vier Übertragungsnetzbetreiber einen Bundeszuschuss in Höhe von 6,5 Milliarden Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds. Ziel ist, die Übertragungsnetzentgelte zu dämpfen und damit Stromkosten zu senken. Das wurde durch die Bundesregierung offiziell kommuniziert.

Wichtig fürs Kundengespräch:
Das ist „Entlastung“, ja aber Kunden missverstehen häufig, dass dies automatisch jeden Tarif im gleichen Umfang senkt.
Denn: Netzentgelte sind ein großer Bestandteil des Strompreises, aber eben nicht der einzige.
Nach aktuellen Einordnungen aus dem Netzbereich machen Netzentgelte einen erheblichen Anteil am Gesamtpreis aus, daneben wirken weiterhin Beschaffung/Vertrieb sowie Steuern, Abgaben und Umlagen.

➡️ Genau deshalb kann selbst eine Entlastung bei Netzentgelten nicht automatisch bedeuten, dass „Tarife massiv fallen“ – weil mehrere Preisblöcke gleichzeitig wirken.

Deutschland als Gas-Drehscheibe: Exportanstieg als Fakt (BNetzA)
Ein weiteres starkes Signal zur Systemstabilisierung kommt aus dem Gasbereich: Die Bundesnetzagentur meldete im Januar 2026 deutlich steigende Gasexporte. Deutschland hat sich, nach den Umbrüchen der letzten Jahre, wieder sichtbar stärker als europäischer Verteilerknoten positioniert.

BNetzA-Zahlen zeigen dabei klar:
Ein wesentlicher Teil der Exportmengen floss Richtung Österreich und Tschechien – ein Indikator dafür, dass Gaslogistik in Europa wieder strukturierter und geordneter funktioniert.

Was das beweist:
Gas ist 2026 nicht „weg“, sondern bleibt systemisch Teil des europäischen Energiemarkts – mit klaren Flüssen und stabiler Logik. Für Gewerbekunden ist das relevant, weil es die Diskussion weg von Angst, hin zu Planbarkeit und Einordnung bringt.

🔎 Was das für Energiemakler bedeutet

Energiepolitik wirkt 2026 weniger über Debatten sondern über Kundenerwartungen. Daraus folgen drei konkrete Effekte:

1. Versorgungssicherheit wird wieder kaufentscheidend (besonders im Gewerbe)
 Die Kraftwerksstrategie ist ein echtes Stabilitätssignal – und stärkt das Vertrauen in Systemabsicherung.

2. Entlastung ist real – aber nicht gleich „Tarif sofort billiger“
Politische Entlastungen wirken auf einzelne Preisbestandteile – die Tariflogik bleibt aber Gesamtkostenlogik.

3. Gasberatung wird sachlicher und systemischer
Mit den Meldungen der Bundesnetzagentur lässt sich Versorgungssicherheit faktenbasiert einordnen – statt emotionaler Diskussionen.

💡 Unser Tipp

✔ Versorgungssicherheit aktiv erklären
Viele Kunden denken, der Markt „regelt das schon“. Erkläre ruhig: Europa und Deutschland sichern das System gezielt ab (steuerbare Kapazitäten/Kraftwerksstrategie). Das schafft Vertrauen – besonders im Gewerbe.

✔ Gesamtkosten statt Einzelpreise kommunizieren
Führe das Gespräch weg vom reinen Arbeitspreis. Entscheidend sind Gesamtkosten aus Beschaffung, Netzentgelten, Abgaben/Umlagen und Risiko. So wirkst du strukturiert und vermeidest unnötige Preisdiskussionen.

✔ Systemkosten & Rahmenbedingungen frühzeitig einordnen
Sprich bei größeren Kunden nicht nur über „Tarif“, sondern über die politischen Rahmenbedingungen: Systemstabilität, Netzausbau, Abgaben/Umlagen und Versorgungssicherheitsmaßnahmen. Realistische Erwartungshaltungen sind 2026 ein entscheidender Erfolgsfaktor.

✔ Gas sachlich einordnen (statt ideologisch diskutieren)
Gas ist für viele Gewerbe- und Industriekunden weiterhin Teil der Realität. Erkläre, dass die Strategie sich Richtung Effizienz, Umstellung und Systemabsicherung bewegt – nicht in Richtung „sofort weg“.

✔ Strategischen Mehrwert schaffen
Je weniger deine Beratung „nur Preisvergleich“ ist und je stärker du System-, Risiko- und Planbarkeitsfragen einbeziehst, desto wertvoller wirst du für anspruchsvolle Kunden und desto höher ist deine Abschlussquote.

Netzentgelte & Regulierung – Vision trifft auf Komplexität

Regulierung wirkt im Energiemarkt selten über große Überschriften, sondern über Preisbestandteile und Prozesse. Genau deshalb sind Netzentgelte 2026 nicht nur ein Randthema, sondern ein zentraler Hebel: Sie beeinflussen die Gesamtkosten spürbar und werden gleichzeitig politisch, regulatorisch und systemisch neu gedacht.

Für Energiemakler ist entscheidend: Wer Netzentgelte und regulatorische Entwicklungen nicht juristisch, sondern verständlich einordnen kann, gewinnt 2026 deutlich schneller Vertrauen – insbesondere bei Gewerbe- und Industriekunden.

1) Netzentgelte: 2026 bleibt ein Systemthema, nicht nur eine Preiszeile
Netzentgelte sind längst kein kleiner Bestandteil mehr, sondern ein tragender Block im Strompreis. Sie spiegeln die Realität wider: Netze müssen modernisiert und ausgebaut werden, weil Stromverbrauch sich verändert (Elektrifizierung, Ladeinfrastruktur, Wärmepumpen, Quartiere, Gewerbeprozesse).

Das führt zu einer wichtigen Veränderung im Vertrieb:
Kunden vergleichen nicht mehr nur „Tarifpreise“, sondern fragen zunehmend:
„Warum ist Strom trotz fallender Marktpreise nicht deutlich günstiger?“
Die Antwort liegt häufig in den Systemkosten und damit in den Netzentgelten.

2) Dynamische Netzentgelte: Die Idee ist richtig – die Umsetzung ist komplex
Die Bundesnetzagentur diskutiert im Rahmen der Neuaufstellung der Netzentgeltsystematik die Einführung dynamischer Netzentgelte. Die Grundlogik: Netzentgelte könnten künftig stärker zeitlich variieren, abhängig davon, wie stark das Netz belastet ist. Wer Strom netzdienlich nutzt (z. B. Lasten verlagert), könnte perspektivisch Vorteile erhalten.
In der Theorie klingt das einfach, in der Praxis ist es hochkomplex, weil es Daten, Messsysteme, Tarifsystematik und Marktrollen betrifft.

Warum das trotzdem schon 2026 maklerrelevant ist:
Weil die Richtung klar ist: Strom wird nicht nur nach kWh bepreist, sondern zunehmend nach Systemwirkung. Und damit wird auch die Frage wichtiger, wann und wie ein Kunde Strom nutzt.

3) Netze, Lastprofile, Leistung: Gewerbekunden müssen neu denken
Gerade im Gewerbe wird die Systemlogik 2026 stärker sichtbar:
RLM-Kunden (Lastgang / Leistungsmessung) erleben besonders deutlich, dass es nicht nur um Energie geht, sondern auch um Leistung, Zeitfenster und Verbrauchsstruktur.

Damit entsteht ein neuer Beratungsfokus:
Datenqualität + Verbrauchsprofil + Laufzeitstrategie.
Makler, die diese Themen sauber einordnen können, wirken automatisch kompetenter als klassische „Preisvergleicher“ und sichern Abschlüsse schneller.

4) Regulierung wirkt vor allem über Prozesse: 2026 ist das Jahr der Standardisierung
Ein Effekt, der in der Branche häufig unterschätzt wird: Regulierung führt nicht nur zu Preisänderungen, sondern auch zu Prozessdisziplin. Energieversorger standardisieren Abläufe, reduzieren Sonderfälle und prüfen formale Anforderungen konsequenter.

Für Makler heißt das: Saubere Daten sind nicht Komfort, sie sind Voraussetzung.
Wer unvollständig liefert, erzeugt Schleifen. Wer vollständig liefert, wird schneller bearbeitet.

🔎 Was das für Energiemakler bedeutet

Die zentrale Botschaft 2026 lautet:
Regulierung schafft Struktur und Struktur entscheidet über Geschwindigkeit.

Drei konkrete Konsequenzen:
1) Netzentgelte werden ein Beratungsargument
Makler müssen Netzentgelte nicht „erklären wie ein Netzbetreiber“ – aber sie sollten sie so einordnen können, dass Kunden verstehen: Gesamtkosten ≠ Arbeitspreis.

2) Flexibilität wird wirtschaftlich relevanter
Dynamische Logiken (Netzentgelte, Laststeuerung) machen Flexibilität zu einem Vorteil. Gewerbekunden mit Ladepunkten, Kühlung, Speicher, Produktion profitieren langfristig – wenn sie es strukturiert angehen.

3) Datenqualität wird zum Wettbewerbsvorteil

💡 Unser Tipp

✔ Tarifpreis vs. Gesamtpreis
 Der Börsenpreis ist nur ein Teil. Entscheidend sind Gesamtkosten aus Beschaffung, Netzentgelten, Umlagen und Risiko.

✔ Warum Angebote nicht sofort sinken
 Wenn ein Bestandteil fällt, heißt das nicht automatisch, dass der Gesamtpreis sofort fällt – Netze und Abgaben wirken separat.

✔ Dynamische Netzentgelte (einfach erklärt)
 Netzentgelte können künftig zeitabhängiger werden: Wer flexibel verbraucht, kann Vorteile bekommen – deshalb schauen wir auf Ihr Verbrauchsprofil.

✔  Gewerbe: Arbeitspreis ist nicht alles
 Im Gewerbe entscheiden oft Netz- und Leistungskomponenten mit – deshalb vergleichen wir nicht nur Cent/kWh, sondern die Gesamtkosten.
 
✔ Prozessqualität als Kostenfaktor
 Ein günstiger Preis bringt nichts, wenn der Prozess stockt. Mit sauberen Daten läuft die Umstellung stabil und schnell.

🧭 Europa-Radar: Brüssel & Energie 2026

Viele Entwicklungen, die in Deutschland scheinbar „plötzlich“ im Energiemarkt ankommen, entstehen in Wahrheit auf EU-Ebene – häufig über mehrere Jahre hinweg. 2026 ist dabei weniger ein Jahr großer Ankündigungen, sondern ein Jahr der Umsetzung und Systemlogik: Europa will Energiemärkte stabilisieren, Versorgungssicherheit stärken und Investitionen planbarer machen.

Für Energiemakler ist das hochrelevant – denn diese EU-Entscheidungen wirken nicht nur im Hintergrund. Sie verändern Schritt für Schritt, wie Preise entstehen, wie Kunden entscheiden und welche Argumente im Gewerbe- und Industrievertrieb wirken.

1) Strommarktdesign: weniger Volatilität, mehr Planbarkeit
Die EU verfolgt 2026 eine klare Richtung: Der Strommarkt soll weiterhin marktwirtschaftlich funktionieren, aber extreme Preisspitzen sollen weniger destabilisieren. Dafür werden langfristige Instrumente gestärkt, die Investitionen absichern und Preisschwankungen abfedern können. Die Botschaft: Der Markt bleibt frei, aber das System soll planbarer werden.
Was Makler in der Praxis davon merken:
a. Kunden fragen deutlich häufiger nach Planbarkeit, nicht nur nach „heute billig“
b. Laufzeiten und Vertragslogik werden wieder zu echten Entscheidungskriterien
c. Fixpreisstrategien gewinnen an Attraktivität, je nach Risikoprofil des Kunden
d. Preisgespräche verändern sich: weg vom „Schnäppchen“, hin zum Budgetschutz

Kurz & klar im Kundengespräch:
 „Europa stabilisiert den Strommarkt stärker über langfristige Mechanismen. Das heißt: Planbarkeit wird wichtiger – und genau darauf sollte die Vertragsstrategie ausgerichtet sein.“

2) Versorgungssicherheit wird EU-weit wieder zentral
Der Ausbau erneuerbarer Energien bleibt politisches Ziel, gleichzeitig erkennt die EU immer klarer an: Versorgungssicherheit braucht steuerbare Kapazitäten. Genau deshalb ist es ein starkes Signal, dass die EU die deutsche Kraftwerksstrategie grundsätzlich ermöglicht. Damit wird deutlich: Versorgungssicherheit ist nicht nur nationale Politik, sondern ein EU-weit akzeptiertes Systemziel.
Was das konkret bedeutet:

Dunkelflaute und Lastspitzen bleiben ein realistisches Thema
Systemstabilität wird zur wirtschaftlichen Notwendigkeit – insbesondere für Industrie und kritische Infrastruktur
Unternehmen bewerten Versorger wieder stärker nach Zuverlässigkeit, Stabilität und Abwicklungsqualität
Das Narrativ im Markt ändert sich: weniger Emotion, mehr Systemrealismus

Kurz & klar im Kundengespräch:
 „Die EU stärkt Versorgungssicherheit als Systemziel. Das heißt: Nicht nur der Preis zählt, sondern auch Lieferfähigkeit, Stabilität und Prozessqualität.“

3) Infrastruktur entscheidet: Netze, Speicher, Elektrifizierung
Ein zentraler EU-Fokus bleibt 2026 die Modernisierung der Infrastruktur. Denn die Energiewende entscheidet sich längst nicht nur in der Erzeugung (Wind/PV), sondern im System: Netze, Speicher, Digitalisierung und Elektrifizierung (Wärmepumpen, Ladepunkte, Quartiere) machen den Umbau überhaupt erst möglich.

Was Energiemakler daraus ableiten sollten:
Netzentgelte bleiben ein strukturelles Dauerthema (nicht „einmalig“, sondern systembedingt)
Verbrauchsprofile und Leistungskomponenten (z. B. RLM) werden relevanter
Kundengespräche drehen sich häufiger um Systemkosten statt nur um Arbeitspreise
Wer Verbrauch und Leistung versteht, kann 2026 besser beraten – und besser verkaufen

Kurz & klar im Kundengespräch:
 „Die Energiewende entscheidet sich im Netz. Deshalb gewinnen Themen wie Netzentgelte, Infrastruktur und Verbrauchsprofile deutlich an Bedeutung.“

🔎 Was bedeutet das für Energiemakler?

Europa beeinflusst den Energiemarkt 2026 nicht über einzelne Schlagzeilen, sondern über die Spielregeln des Systems. Für Sie als Energiemakler ergeben sich daraus drei sehr konkrete Konsequenzen, besonders im Gewerbe- und Industrievertrieb:

1) Beratung schlägt Preis
Kunden wollen 2026 nicht nur „günstiger“, sondern planbar. Wer EU-Logik (Stabilität, Versorgungssicherheit, Infrastruktur) in verständliche Kundensätze übersetzen kann, wirkt kompetenter – und gewinnt Vertrauen.

2) Laufzeit- und Risikostrategie wird wichtiger
Fixpreis vs. flexibel ist nicht mehr nur eine Preisfrage, sondern eine Risikofrage. Energiemakler werden dadurch stärker strategische Partner: Sie verkaufen nicht Tarife, sondern Entscheidungssicherheit.

3) Netze & Verbrauchsprofil werden Verkaufsthemen
Mit EU-Fokus auf Netze, Speicher und Elektrifizierung steigt die Relevanz von:
Netzentgelten, Leistungskomponenten (RLM), Verbrauchsprofil / Lastgang

Makler, die diese Punkte sauber erklären können, wirken im Gespräch automatisch eine Liga höher und werden deutlich schneller abschließen.

💡 Unser Tipp

2026 ist ein EU-Jahr der Stabilität und Umsetzung: weniger Schlagzeile, mehr System. Für Makler entsteht daraus ein klares Verkaufs- und Beratungsargument:
Wer Preise erklärt, gewinnt Aufmerksamkeit.
Wer Systemlogik erklärt, gewinnt Vertrauen.
Wer Planbarkeit schafft, gewinnt Abschlüsse.

Praxis: Kundenfragen & Einwände im Januar 

Viele Kundengespräche im Januar starten nicht mit „Wechsel“, sondern mit Irritation, Frust und Misstrauen: neue Abschläge, höhere Arbeitspreise oder Rechnungen, die sich nicht „logisch“ anfühlen.
Genau hier entscheidet sich, ob ein Energiemakler als seriöser Problemlöser wahrgenommen wird oder ob das Gespräch kippt.
Darum nehmen wir ab Januar monatlich echte Kundenfragen + passende Kurzantworten auf – damit Energiemakler in der Praxis schneller reagieren, sauber argumentieren und sicher zum Abschluss führen.

Kundenfragen & Einwände (nur 4 Beispiele)
 inkl. „Kurz & klar im Kundengespräch“

1) „Ich habe weniger verbraucht, warum ist es trotzdem teurer?“
Kurz & klar im Kundengespräch:
„Weil sich nicht nur der Verbrauch auswirkt, sondern auch Preisbestandteile wie Netzentgelte und Grundpreise, das prüfen wir jetzt und optimieren gezielt.“

2) „Das kann nicht stimmen, da wurde bestimmt falsch abgerechnet.“
Kurz & klar im Kundengespräch:
„Kann sein, wir prüfen zuerst Zählerstand, Zeitraum und Preisbestandteile. Wenn etwas nicht stimmt, klären wir es sauber mit dem Versorger.“

3) „Ihr Vergleich bringt doch eh nichts – überall ist es teuer.“
Kurz & klar im Kundengespräch:
„Gerade jetzt lohnt sich der Vergleich, weil Preisunterschiede groß sind. Wir suchen nicht ‚billig um jeden Preis‘, sondern den besten Tarif mit stabilen Bedingungen.“

4) „Letztes Jahr war das bei mir nicht so – was ist da los?“
Kurz & klar im Kundengespräch:
„Zum Jahreswechsel ändern sich häufig Preisbestandteile. Wir machen den Faktencheck: Was ist Verbrauch, was ist Preisänderung – und was kann man aktiv verbessern.“

🔎 Was das für Energiemakler bedeutet

Januar ist Einwand-Saison: Kunden wollen zuerst Erklärung, dann Lösung.
Der häufigste Fehler: zu technisch oder zu defensiv.
Die beste Strategie: kurz erklären + sofort Handlungsweg anbieten (Vergleich / Optimierung / Vertragscheck).
Wer das beherrscht, gewinnt Vertrauen – und damit Abschlussquote & Empfehlungen.

💡 Unser Tipp

✔ Starten Sie im Januar jedes Gespräch mit einem 3-Punkte-Faktencheck:

1) Verbrauch vs. Vorjahr
2) Grundpreis/Arbeitspreis

3) Netzentgelte/Abgaben
Dann sofort: „Ich optimiere das für Sie: Vergleich + Tarifempfehlung + Abschlagprüfung.“


Inside enermakler                                                                                Makler Mindset – Fokus & Abschlussroutine

Januar ist kein Motivationsmonat, Januar ist ein Strukturmonat. Die erfolgreichsten Makler starten 2026 nicht „mit Tempo“, sondern mit System. 

3 Erfolgsprinzipien für Q1


1. Pipeline zuerst

   offene Vorgänge, Kündiger, Follow-Ups, Standorte


2. Fokusblöcke statt Dauerstress

    feste Zeiten für Akquise, Angebot, Abschluss

3. Routine statt Stimmung

    Vertrieb ist kein Gefühl, Vertrieb ist Struktur


Blick nach vorn: 2026 

Auf dieser Grundlage bauen wir 2026 konsequent weiter auf mit einem klaren Fokus auf Qualität statt Quantität, auf echtes Systemverständnis statt isolierter Einzelprodukte und auf eine starke Gemeinschaft professioneller Energiemakler, die den Markt aktiv und verantwortungsvoll mitgestalten.