Vorwort
Liebe Energiemaklerinnen und Energiemakler,
der Februar ist kein Neustart mehr, sondern die Phase, in der sich zeigt, ob Strukturen tragen.
Was im Januar sortiert, nachgezogen und stabilisiert wurde, muss jetzt im Alltag funktionieren. Kunden kommen mit konkreteren Fragen, erste Entscheidungen stehen an, Budgets werden real eingesetzt, nicht mehr nur geplant.
Gleichzeitig verdichtet sich das Marktumfeld weiter. Politische Signale werden konkreter, regulatorische Eingriffe zeichnen sich klarer ab, und auf europäischer Ebene nimmt der Einfluss auf nationale Energiemärkte spürbar zu. Diese Entwicklungen sind kein kurzfristiges Störfeuer, sondern Teil eines langfristigen Wandels, der den Energievertrieb strukturell verändert.
Für Energiemakler bedeutet das:
Orientierung wird wichtiger als Geschwindigkeit. Wer den Markt einordnen kann, schafft Sicherheit – nicht nur für seine Kunden, sondern auch für die eigenen Abschlüsse. Preise entstehen 2026 nicht mehr allein aus Börsenbewegungen, sondern aus Regulierung, Netzen, Risikoabschlägen und strategischer Beschaffung.
Mit dem Inside Februar 2026 möchten wir genau dabei unterstützen:
Entwicklungen einordnen, Zusammenhänge erklären und aufzeigen, wo Makler jetzt Klarheit schaffen können, statt auf kurzfristige Impulse zu reagieren. Nicht alles wird einfacher – aber vieles wird berechenbarer, wenn man die Logik dahinter versteht.
Diese Ausgabe richtet sich an alle, die ihren Vertrieb nicht am Bauchgefühl ausrichten, sondern an Struktur, Marktverständnis und sauberer Prozessführung. Denn gerade im Wandel entscheidet nicht Lautstärke, sondern Sicherheit im Abschluss.

Alexander Schießl
Inhalte
Branchen-News: EEG-Novelle, EU Druck & neue Marktlogik

Das Jahr 2026 beginnt mit einer richtungsweisenden Entwicklung für die Energiewirtschaft in Deutschland – insbesondere für Energiemakler im Gewerbekundensegment. Die angekündigte EEG-Novelle, die noch im ersten Quartal 2026 im Bundeskabinett behandelt werden soll, markiert mehr als eine regulatorische Anpassung. Sie steht für eine strukturelle Neuausrichtung des Strommarkts unter starkem Einfluss der Europäischen Union.
Parallel zu nationalen Reformüberlegungen erhöht Brüssel den Druck auf Deutschland, Förder- und Marktmechanismen stärker an europäische Standards anzupassen. Damit rücken Instrumente in den Fokus, die in anderen EU-Staaten bereits etabliert sind und nun auch hierzulande Einzug halten sollen.
Diese Entwicklung ist kein kurzfristiges Signal, sondern Ausdruck eines längerfristigen Trends: Energiepreise, Marktlogik und Vertrieb verändern sich zunehmend entlang regulatorischer und systemischer Vorgaben.
🔎 Was bedeutet das für Energiemakler?
Für Energiemakler verändern diese Entwicklungen nicht unmittelbar das operative Tagesgeschäft, wohl aber den Rahmen, in dem Stromprodukte entstehen und erklärt werden müssen.
Während der Strommarkt strukturell neu geordnet wird, bleibt der Gasmarkt 2026 ein Risikofaktor. Das landbasierte LNG-Terminal in Stade wird nach aktuellem Stand erst 2029 in Betrieb gehen. Damit bleibt Deutschland weiterhin stark von Importen und globalen Marktbewegungen abhängig.
➡️Gas bleibt damit auch 2026 kein klassisches Preisargument, sondern ein Thema der Risiko- und Planungssicherheit.
Der Markt bewegt sich klar in Richtung:
1. stärkerer Regulierung statt freier Preislogik
2. höherer Bedeutung von Netz- und Systemkosten
3. differenzierter Produkt- und Laufzeitmodelle
Für unabhängige Makler wird es damit wichtiger, Preisbestandteile sauber einzuordnen und Kunden verständlich zu erklären, warum Strompreise künftig weniger von kurzfristigen Börsenbewegungen abhängen.
Gleichzeitig bleibt das Kerngeschäft klar definiert:
Energiemakler vermitteln und verkaufen Strom- und Gasverträge. Technische oder förderrechtliche Beratung gehört weiterhin nicht zum Leistungsumfang und sollte auch klar abgegrenzt bleiben.
Gasmarkt & Infrastruktur – Entspannung weiter vertagt
Gasmarkt & Infrastruktur – Entspannung weiter vertagt
Während der Strommarkt strukturell neu geordnet wird, bleibt der Gasmarkt 2026 ein Risikofaktor. Das landbasierte LNG-Terminal in Stade wird nach aktuellem Stand erst 2029 in Betrieb gehen. Damit bleibt Deutschland weiterhin stark von Importen und globalen Marktbewegungen abhängig.
Für den Gasvertrieb bedeutet das:
1. begrenzte Planbarkeit
2. anhaltende Volatilität
3. höhere Bedeutung von Laufzeiten, Flexibilität und Bonitätsprüfung
➡️Gas bleibt damit auch 2026 kein klassisches Preisargument, sondern ein Thema der Risiko- und Planungssicherheit.
✅ Fazit
Die geplante EEG-Novelle und der wachsende Einfluss der EU markieren eine tiefgreifende Verschiebung der Marktlogik. Strompreise werden künftig stärker durch Regulierung, Systemintegration und langfristige Mechanismen geprägt, weniger durch kurzfristige Ausschläge.
Für Energiemakler gilt:
Für Energiemakler gilt:
Wer Prozesse sauber aufstellt, Preislogiken erklären kann und seinen Kunden Orientierung gibt, bleibt auch in einem komplexeren Marktumfeld relevant. Der Wettbewerb entscheidet sich zunehmend nicht am günstigsten Momentpreis, sondern an Verlässlichkeit und Einordnungskompetenz.
Marktbewegungen & neue Dynamiken – Strom, Gas und Beschaffung im Februar

Der Februar 2026 bringt weniger Schlagzeilen, aber mehr Marktrealität. Nach dem Jahreswechsel beginnt die Phase, in der sich zeigt, wie belastbar Beschaffungsstrategien, Preisannahmen und Risikopuffer tatsächlich sind. Für Energiemakler ist das der Moment, in dem Marktbewegungen nicht mehr theoretisch, sondern vertragsrelevant werden.
Im Februar dominieren insbesondere:
Gas: Volatilität bleibt strukturell
Beschaffung: Vorsicht schlägt Volumen
Strom: Stabilere Börse, steigende Systemkosten
Am Strommarkt zeigen sich zu Jahresbeginn vergleichsweise ruhigere Großhandelsnotierungen. Diese Entwicklung darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Endkundenpreis weiterhin stark von nicht-börslichen Faktoren geprägt wird.
Im Februar dominieren insbesondere:
1. regionale Netzentgeltunterschiede
2. steigende System- und Ausgleichskosten
3. vorsichtige Risikozuschläge der Versorger
Viele Energieversorger kalkulieren weiterhin defensiv. Preisnachlässe werden nur selektiv gewährt, Fixpreisprodukte enthalten bewusst höhere Sicherheitsmargen.
Für den Vertrieb bedeutet das:
Sinkende Börsenpreise führen nicht automatisch zu günstigeren Endkundentarifen.
Gas: Volatilität bleibt strukturell
Der Gasmarkt zeigt sich im Februar weiterhin angespannt. Zwar sind extreme Ausschläge ausgeblieben, doch die strukturellen Risiken bleiben bestehen. Importabhängigkeit, geopolitische Unsicherheiten und fehlende zusätzliche Infrastruktur sorgen dafür, dass Versorger Gasprodukte:
vorsichtig bepreisen.
vorsichtig bepreisen.
Kennzeichnend für den Februar:
1. begrenzte Angebotsbreite bei längeren Laufzeiten
2. selektive Annahme von Neukunden
3. erhöhte Anforderungen an Bonität und Vertragsstruktur
Gas bleibt damit auch 2026 ein Markt, in dem Planungssicherheit wichtiger ist als der kurzfristige Preisvorteil.
Beschaffung: Vorsicht schlägt Volumen
Sowohl im Strom- als auch im Gasbereich setzen viele Versorger auf eine gestaffelte, risikoarme Beschaffung. Große Volumina werden seltener langfristig fixiert, stattdessen dominieren modulare Einkaufsmodelle mit Absicherungskomponenten.
Für Energiemakler bedeutet das:
1. Angebote sind stärker individualisiert
2. Laufzeiten und Preislogiken unterscheiden sich deutlicher
3. Standardvergleiche verlieren an Aussagekraft
Die Qualität der Beschaffung rückt stärker in den Fokus und damit auch die Erklärungsleistung im Vertrieb.
🔎 Was bedeutet das für Energiemakler?
Die Marktbewegungen im Februar zeigen klar:
Der Energiemarkt belohnt keine Schnelligkeit, sondern Einordnung.
Für den Makleralltag heißt das:
1. Preise müssen erklärt, nicht verteidigt werden
2. Laufzeiten werden Teil der Risikoberatung
3. Vergleichbarkeit entsteht durch Struktur, nicht durch den niedrigsten Wert
➡️Gerade in Phasen scheinbarer Ruhe entscheidet sich, wer Kundenbindung aufbaut und wer nur reagiert.
Politik & Energiesystem – Was 2026 jetzt konkret wirksam wird

2026 ist kein Jahr neuer energiepolitischer Leitbilder mehr, sondern ein Jahr, in dem bestehende Entscheidungen wirksam werden. Viele regulatorische Weichenstellungen der vergangenen Jahre schlagen sich nun konkret in Preisen, Vertragsbedingungen und Marktmechaniken nieder.
Regulierung verlagert sich von Krisenmodus zu Dauerstruktur
Nach den Ausnahmejahren rückt die Energiepolitik 2026 deutlich von kurzfristigen Eingriffen ab und etabliert dauerhafte Marktmechanismen. Ziel ist nicht mehr primär Preisglättung, sondern Systemstabilität, Planbarkeit und europäische Anschlussfähigkeit.
Das zeigt sich unter anderem durch:
Für den Vertrieb bedeutet das: Produkte müssen erklärbar sein, nicht nur günstig.
EEG-Novelle als struktureller Einschnitt
Zentrale Punkte:
Für Energiemakler heißt das:
1. Entwicklungen müssen europäisch mitgedacht werden
Für Energiemakler ist deshalb weniger relevant, was politisch diskutiert wird, sondern was tatsächlich im Markt ankommt.
Regulierung verlagert sich von Krisenmodus zu Dauerstruktur
Nach den Ausnahmejahren rückt die Energiepolitik 2026 deutlich von kurzfristigen Eingriffen ab und etabliert dauerhafte Marktmechanismen. Ziel ist nicht mehr primär Preisglättung, sondern Systemstabilität, Planbarkeit und europäische Anschlussfähigkeit.
Das zeigt sich unter anderem durch:
1. stärkere Verankerung europäischer Vorgaben
2. weniger nationale Sonderregelungen
3. höhere Anforderungen an Transparenz und Nachvollziehbarkeit
Für den Vertrieb bedeutet das: Produkte müssen erklärbar sein, nicht nur günstig.
EEG-Novelle als struktureller Einschnitt
Die geplante EEG-Novelle, die noch im ersten Quartal 2026 im Bundeskabinett behandelt werden soll, steht exemplarisch für diesen Kurswechsel. Erneuerbare Energien bleiben tragende Säule des Systems, werden aber stärker in die Netz- und Systemlogik eingebunden.
Zentrale Punkte:
1. Vorbereitung auf neue Erlösmodelle (u. a. CfDs ab 2027)
2. stärkere Gewichtung von Netzstabilität
3. Überprüfung bestehender Anschluss- und Einspeisemechanismen
Diese Maßnahmen wirken nicht sofort preissenkend, verändern aber die mittelfristige Preisbildung und die Angebotsstruktur.
Gas bleibt politisch sensibel
Im Gegensatz zum Strommarkt bleibt Gas auch 2026 ein politisch und geopolitisch geprägter Markt. Importabhängigkeit, globale Preisentwicklungen und verzögerte Infrastrukturprojekte sorgen dafür, dass Gaspreise und Verfügbarkeiten nur begrenzt steuerbar sind.
Für den Markt bedeutet das:
1. anhaltende Unsicherheit bei langfristiger Planung
2. stärkere Risikozuschläge
3. vorsichtige Angebotsstrategien der Versorger
Gas ist damit weniger ein reines Kosten- als ein Risikothema.
EU-Ebene gewinnt an Einfluss
EU-Ebene gewinnt an Einfluss
Ein wachsender Teil der energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen wird 2026 nicht mehr ausschließlich national definiert. Die stärkere Marktintegration auf europäischer Ebene führt dazu, dass nationale Regelungen häufiger angepasst oder harmonisiert werden.
Für Energiemakler heißt das:
1. Entwicklungen müssen europäisch mitgedacht werden
2. nationale Entscheidungen sind selten isoliert
3. Marktlogiken werden vergleichbarer, aber komplexer
➡️ Genau deshalb kann selbst eine Entlastung bei Netzentgelten nicht automatisch bedeuten, dass „Tarife massiv fallen“ – weil mehrere Preisblöcke gleichzeitig wirken.
🔎 Was das für Energiemakler bedeutet
Politik wirkt 2026 weniger über Schlagzeilen, sondern über Strukturen. Für den Makleralltag heißt das konkret:
1. klare Abgrenzung des eigenen Leistungsumfangs
2. saubere Kundensegmentierung
3. nachvollziehbare Entscheidungsgrundlagen
4. dokumentierte Beratung statt spontaner Argumentation
4. dokumentierte Beratung statt spontaner Argumentation
Wer diese Anforderungen erfüllt, reduziert nicht nur Risiken, sondern erhöht auch die Abschlussqualität.
✅ Fazit
✅ Fazit
Politik und Energiesystem greifen 2026 enger ineinander als zuvor. Nicht jede Maßnahme ist sofort sichtbar, viele wirken im Hintergrund – aber dauerhaft. Für Energiemakler entsteht daraus kein Nachteil, sondern eine Chance: Orientierung zu geben, wo Komplexität zunimmt.
Netzentgelte & Regulierung – Struktur trifft Systemrealität

Im Jahr 2026 sind Netzentgelte ein zentrales Thema sowohl im Endkundenmarkt als auch in der Regulierungspraxis. Gleich mehrere Entwicklungen wirken sich direkt auf die Struktur der Netzentgelte und die regulatorische Einordnung aus und damit auch auf die Preisbildung, Angebotsgestaltung und Kundenkommunikation von Energiemaklern.
1. Bundeszuschuss senkt Netzentgelte 2026 sichtbar
Die Bundesregierung hat mit dem Klima- und Transformationsfonds einen Bundeszuschuss zu den Übertragungsnetzkosten in Höhe von 6,5 Mrd. € verankert.
Dieser Zuschuss ist gesetzlich im neuen § 24c EnWG festgelegt und wird bei der Ermittlung der Netzentgelte 2026 berücksichtigt. Dadurch sinken die Strom-Netzentgelte für Verbraucherinnen, Verbraucher und Unternehmen und wirken sich direkt entlastend auf die Strompreise aus. (Bundesregierung)
1. Haushalte können durch die Entlastung über niedrigere Netzentgelte real spürbar profitieren
2. Auch Industrie und Gewerbe sehen eine Reduktion der kalkulatorischen Netzkomponenten
3. Die Maßnahme ist Teil eines Pakets aus Netzentgeltentlastungen und dem Wegfall der Gasspeicherumlage, was zusammen im Jahr 2026 jährlich rund 10 Mrd. € Entlastung bringt. (Bundesregierung)
2. Netzentgelte insgesamt im Wandel, regional stark unterschiedlich
Die aktuellen Netzentgelte 2026 zeigen weiterhin deutliche regionale Unterschiede. Durchschnittlich liegen die Stromnetzentgelte bei etwa
10,4 ct/kWh, was rund 20 % niedriger als 2024 ist, trotzdem variieren sie stark zwischen Regionen.
Das bedeutet für Endkunden:
➡️Das stärkt den Maklernutzen:
5. AgNes-Prozess: Einspeisung künftig nicht mehr kostenneutral?
Einordnung Februar 2026: im Rahmen des sogenannten AgNes-Prozesses plant die Bundesnetzagentur aktuell erstmals Einspeiseentgelte für Erzeuger. Damit würde die bisher weitgehend kostenfreie Netzeinspeisung systemisch bepreist. Konkrete Ausgestaltungen oder Zeitpläne liegen derzeit noch nicht vor. Klar ist jedoch: Die Diskussion markiert einen weiteren Schritt hin zu einer verursachungsgerechteren Verteilung der Netzkosten und dürfte mittelfristig Auswirkungen auf Erzeuger-, Speicher- und Direktvermarktungsmodelle haben.
10,4 ct/kWh, was rund 20 % niedriger als 2024 ist, trotzdem variieren sie stark zwischen Regionen.
Das bedeutet für Endkunden:
1. In manchen Netzzonen wirken die Netzentgelte deutlich entlastend
2. In anderen bleiben sie ein großer Preisbestandteil
3. Besonders bei Tarifgesprächen lohnt der Blick auf die regionale Netzentgeltstruktur
➡️Das stärkt den Maklernutzen:
Erklärte Preissetzung ist besser als ein reiner Preisvergleich.
3. Regulatorische Rahmenentwicklung – NEST & Kosteneffizienz
Die Bundesnetzagentur hat im Rahmen des sogenannten NEST-Prozesses (Networks – Efficiency – Security – Transforming) Leitlinien zur Kostenermittlung und Effizienzregulierung veröffentlicht und arbeitet an einer weiteren Weiterentwicklung der Qualität- und Effizienzregulierungsinstrumente. Das betrifft insbesondere:
1. die Berechnung betriebsnotwendiger Kosten
2. Produktivitätsfaktoren
3. Benchmarking zwischen Netzbetreibern
Ziel ist ein System, das Investitionsanreize erhält, aber überhöhte Kosten vermeidet.
➡️Für Makler bedeutet das:
Netzkomponenten werden nicht einfach „gerechnet“, sondern über Effizienz- und Investitionsanforderungen gesteuert
Preisdifferenzen zwischen Netzbetreibern bleiben relevant für Vergleiche und Erklärungen
4. Regulatorische Optionen & Diskussionslinien
Neben aktuellen Festlegungen gibt es weitere regulatorische Gespräche, die 2026 weitergeführt werden:
1. Diskussionen über variable Netzentgelte, die zeitlich oder kapazitätsbezogen an Engpass- oder Lastsituationen gekoppelt werden sollen. Solche Modelle könnten perspektivisch dynamischere Netzkosten schaffen. (Clean Energy Wire)
2. Debatten darüber, ob Speicheranlagen künftig Netzentgelte zahlen sollten, obwohl sie derzeit vielfach befreit sind. Das kann die Kalkulation von Systemdienstleistungsnutzen und Netznutzung verändern. (Energy Storaga)
3. Der Entwurf eines Gesetzes, erneuerbare Erzeuger stärker an Kosten des Netzausbaus und Redispatch zu beteiligen, zielt darauf ab, Umlagen und Netzentgeltlasten gerecht zu verteilen. (MarketScreener)
Diese regulatorischen Gespräche sind noch nicht verabschiedet, aber ihre Richtung kann Einfluss auf Preisbestandteile, Produktlogiken und Angebotspositionierung im Markt haben.
5. AgNes-Prozess: Einspeisung künftig nicht mehr kostenneutral?
Einordnung Februar 2026: im Rahmen des sogenannten AgNes-Prozesses plant die Bundesnetzagentur aktuell erstmals Einspeiseentgelte für Erzeuger. Damit würde die bisher weitgehend kostenfreie Netzeinspeisung systemisch bepreist. Konkrete Ausgestaltungen oder Zeitpläne liegen derzeit noch nicht vor. Klar ist jedoch: Die Diskussion markiert einen weiteren Schritt hin zu einer verursachungsgerechteren Verteilung der Netzkosten und dürfte mittelfristig Auswirkungen auf Erzeuger-, Speicher- und Direktvermarktungsmodelle haben.
Für Energiemakler ist das vor allem ein Signal für die strategische Beratung.
🔎 Was das für Energiemakler bedeutet
Preiserklärung wird noch wichtig
Die Netzentgelte bleiben ein signifikanter Teil der Stromkosten. Dass sie 2026 durch staatliche Zuschüsse sinken, ist kein automatischer Endkundenbonus, sondern muss erklärbar gemacht werden:
„Ein Großteil der Entlastung resultiert aus politisch getragenen Zuschüssen, nicht aus Marktpreisverfall.“
Regionale Differenzierung zählt
„Ein Großteil der Entlastung resultiert aus politisch getragenen Zuschüssen, nicht aus Marktpreisverfall.“
Regionale Differenzierung zählt
Da Netzentgelte regional stark schwanken, gilt es, Lokalwissen einzubeziehen, statt nur bundesweite Durchschnittswerte zu nennen.
Regulatorische Veränderungen im Blick behalten
Regulatorische Veränderungen im Blick behalten
Auch wenn viele Optionen erst mittel- bis langfristig wirken, zeigen sie, dass Regulierung nicht statisch ist: variable Netzentgelte, Speicherregelungen, Redispatchkosten-Verteilung – all das kann Produktlogiken verändern.
➡️ Kurz & klar im Kundengespräch:
„Ein Teil der aktuellen Entlastung entsteht durch staatliche Unterstützung der Netzkosten. Das senkt kurzfristig den Strompreis, verändert aber nicht dauerhaft das Marktniveau.“
✅ Fazit
Netzentgelte und deren Regulierung sind 2026 keine exotischen Themen, sondern direkt wirksame Marktmechaniken. Sie beeinflussen Preise, Tarifangebote und Kundenerwartungen.
Für Energiemakler bedeutet das: Erklärungsleistung, regionale Differenzierung und regulatorische Einordnung werden zum Wettbewerbsfaktor.
🧭 Europa-Radar: Brüssel & Energie

Auf europäischer Ebene verdichten sich 2026 die energiepolitischen Leitlinien. Viele Entwicklungen, die in den vergangenen Jahren vorbereitet wurden, gehen nun in die Umsetzungsphase. Für den deutschen Energiemarkt und damit auch für Energiemakler bedeutet das: Nationale Spielräume werden kleiner, europäische Marktlogik wird verbindlicher.
Mehr Marktintegration, weniger nationale Sonderwege
Die Europäische Union verfolgt 2026 konsequent das Ziel, die Energiemärkte stärker zu harmonisieren. Preisbildungsmechanismen, Förderlogiken und Wettbewerbsregeln sollen vergleichbarer werden, um Verzerrungen zwischen Mitgliedstaaten zu reduzieren.
Konkret zeigt sich das durch: stärkere Vereinheitlichung von Marktmechanismen, zunehmende Kopplung nationaler Förderinstrumente, mehr Transparenzanforderungen entlang der Wertschöpfungskette.
Für Deutschland bedeutet das:
Energiepolitik wird weniger national gesteuert und stärker europäisch eingebettet.
Contracts for Difference als europäischer Standard
Ein zentrales Instrument dieser Entwicklung sind Contracts for Difference (CfDs). In mehreren EU-Ländern bereits etabliert, gelten sie zunehmend als Referenzmodell für die Absicherung erneuerbarer Erzeugung.
Dass Deutschland CfDs ab 2027 einführen will, ist daher kein Sonderweg, sondern eine Anpassung an europäische Standards.
Ziel ist: Investitionssicherheit, Reduzierung von Preisspitzen, bessere Planbarkeit für Marktakteure.
Ziel ist: Investitionssicherheit, Reduzierung von Preisspitzen, bessere Planbarkeit für Marktakteure.
Langfristig verändert dies die Struktur des Strommarkts auch wenn sich kurzfristig wenig am Endkundenpreis ändert.
EU-Fokus auf Systemstabilität und Netzrealität
Neben der Preisfrage rückt Brüssel zunehmend die Systemintegration erneuerbarer Energien in den Vordergrund. Der reine Ausbau wird weniger priorisiert als die Frage, wie Erzeugung, Netze und Verbrauch zusammenspielen.
Das führt zu:
höherer Bedeutung von Netzinfrastruktur
stärkerer Gewichtung von Systemkosten
kritischeren Bewertungen von Einspeisevorrang
Diese Perspektive fließt zunehmend in nationale Gesetzgebung ein.
➡️ Kurz & klar im Kundengespräch:
„Die EU stärkt Versorgungssicherheit als Systemziel. Das heißt: Nicht nur der Preis zählt, sondern auch Lieferfähigkeit, Stabilität und Prozessqualität.“
🔎 Was bedeutet das für Energiemakler?
Praxis: Kundenfragen & Einwände im Februar

Im Februar werden Kundengespräche konkreter. Entscheidungen werden nicht mehr vertagt, Budgets werden eingesetzt, Angebote verglichen. Gleichzeitig steigt die Verunsicherung, weil Marktberichte, politische Meldungen und Preiswahrnehmung nicht immer zusammenpassen.
Für Energiemakler ist jetzt entscheidend, Einordnung zu geben statt zu reagieren.
Kundenfragen & Einwände im Februar, „Kurz & klar im Kundengespräch“:
1) „Warum ist der Strompreis immer noch so hoch, obwohl der Markt ruhiger wirkt?“
Viele Kunden erwarten nach einem ruhigeren Jahresstart sinkende Preise. Die Realität ist komplexer: Börsenpreise sind nur ein Teil der Kalkulation. Netzentgelte, Systemkosten und Risikopuffer wirken deutlich stärker auf den Endkundenpreis.
Kurz & klar im Kundengespräch:
„Der Strompreis entsteht heute weniger an der Börse und stärker durch Netze, Regulierung und Absicherung.“
2) „Sollte ich lieber noch warten oder jetzt abschließen?“
Diese Frage kommt im Februar besonders häufig. Kunden hoffen auf bessere Zeitpunkte, unterschätzen aber das Risiko steigender Nebenkosten oder veränderter Angebotsbedingungen.
Warten ist keine neutrale Entscheidung, sondern immer eine Wette auf den Markt.
Kurz & klar im Kundengespräch:
„Die Frage ist nicht, ob der Markt fällt, sondern wie viel Sicherheit Sie brauchen.“
3) „Warum bekomme ich weniger Angebote als früher?“
Versorger agieren selektiver. Bonität, Verbrauchsprofil, Laufzeit und Risiko spielen eine größere Rolle als noch vor einigen Jahren. Nicht jeder Kunde ist für jeden Anbieter attraktiv.
Kurz & klar im Kundengespräch:
„Anbieter steuern heute Risiken – nicht mehr nur Volumen.“
4) „Warum unterscheiden sich Preise regional so stark?“
Gerade bei Strom sorgt die regionale Spreizung von Netzentgelten zunehmend für Unverständnis. Kunden vergleichen bundesweit, zahlen aber lokal.
➡️ Kurz & klar im Kundengespräch:
„Der Strom ist überall gleich – die Netze nicht.“
🔎 Was das für Energiemakler bedeutet
Im Februar entscheidet sich, ob Kunden Vertrauen aufbauen oder verunsichert bleiben. Wer Marktbewegungen erklärt, statt sie zu kommentieren, wird als stabiler Ansprechpartner wahrgenommen.
Der Mehrwert des Energiemaklers liegt 2026 nicht im schnellsten Abschluss, sondern in der klaren Einordnung komplexer Zusammenhänge.
Inside enermakler Makler Mindset – Fokus & Abschlussroutine

