Vorwort
Liebe Energiemaklerinnen und Energiemakler,
auch der August zeigt bislang ein Bild, das wir bereits aus dem Juli kennen: Der Energiemarkt wirkt aufden ersten Blick weiterhin ungewöhnlich ruhig.
Die ganz großen Ausschläge fehlen, viele Unternehmen befinden sich noch in der Ferienzeit und auch bei zahlreichen Energieversorgern ist weiterhin eine gewisse Zurückhaltung zu spüren. Ausschreibungen und Vertragsabschlüsse laufen, aber insgesamt bleibt das Geschäft deutlich ruhiger, als wir es aus anderen Marktphasen kennen.
Doch ein genauerer Blick zeigt: Unter dieser ruhigen Oberfläche passiert einiges.
Die im August veröffentlichten Zahlen der Bundesnetzagentur zeigen beispielsweise, dass sich die Preise für verschiedene Kundengruppen durchaus unterschiedlich entwickeln. Während sich bei Haushaltskunden nur vergleichsweise geringe Veränderungen zeigen, lagen die Strompreise für Industriekunden zuletzt wieder höher. Gleichzeitig verdeutlichen die Daten zum zweiten Quartal, wie stark die Schwankungen am Großhandelsmarkt trotz vermeintlicher Ruhe inzwischen sein können.
Hinzu kommt ein Thema, das mit Blick auf den kommenden Winter wieder stärker in den Fokus rückt: die Gasversorgung. Die Versorgung in Deutschland ist grundsätzlich gewährleistet, gleichzeitig liegen die Speicherfüllstände derzeit deutlich unter den Vergleichswerten vergangener Jahre.
Die Bundesnetzagentur beobachtet diese Entwicklung deshalb weiterhin aufmerksam.
Für uns Energiemakler bedeutet das einmal mehr: Ein ruhiger Markt ist nicht automatisch einberechenbarer Markt.
Gerade jetzt lohnt es sich, Kundenverträge zu prüfen, zukünftige Lieferbeginne vorzubereiten und bei Gewerbe- und Industriekunden nicht ausschließlich über den aktuellen Arbeitspreis zu sprechen. Verbrauchsstruktur, Lastgang, Flexibilität, Vertragslaufzeit und Beschaffungsstrategie gewinnen zunehmend an Bedeutung.
Auch bei enermakler selbst war der August alles andere als ruhig. Unsere neue Systemlandschaftnimmt inzwischen sehr konkrete Formen an. Die Ausschreibungsprozesse sind fertiggestellt, EGON wurde erfolgreich an die neue Software angebunden und der Bereich zur Echtzeitkalkulation für Gewerbekunden befindet sich in den letzten Zügen.
Bevor wir das neue System freigeben, wird jedoch gründlich getestet.
Denn Geschwindigkeit ist wichtig– Stabilität und Datenqualität sind wichtiger.
Damit liegen wir weiterhin in unserem Zeitplan und planen die Übergabe im September.
Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen unserer August-Ausgabe von Inside enermakler.
Herzliche Grüße
Alexander Schießl

Alexander Schießl
Inhalte
Branchen-News: Der Sommer bleibt ruhig, die Beschaffung wird trotzdem anspruchsvoller

Der August setzt die ungewöhnlich ruhige Marktphase des Julis zunächst fort.
Viele Unternehmen befinden sich noch in der Ferienzeit, Entscheidungen werden teilweise vertagt und
auch auf Seiten der Energieversorger bleibt die Prüfung neuer Aufträge sorgfältig.
Gleichzeitig zeigen die aktuellen Marktdaten, dass Ruhe nicht mit sinkenden Preisen gleichgesetzt
werden darf.
Die von der Bundesnetzagentur veröffentlichten Zahlen zeigen für Juli beispielsweise einen leichten
Anstieg der Strompreise für Neukunden. Deutlicher fällt die Entwicklung bei Industriekunden aus: Dort
lagen die modellierten Strompreise im Juli über dem Niveau des Vormonats. Beim Gas gingen die Preise
für Haushaltskunden dagegen leicht zurück.
Das ist ein gutes Beispiel dafür, warum allgemeine Aussagen wie „die Energiepreise steigen“ oder „die
Energiepreise fallen“ inzwischen immer weniger aussagekräftig sind.
Je nach Kundengruppe, Verbrauchsprofil, Lieferbeginn, Vertragsmodell und Energieversorger können
sich vollkommen unterschiedliche Situationen ergeben.
Gleichzeitig bleiben Energieversorger bei der Angebotslegung selektiv. Bonität, Branche, Verbrauch,
Lastgang, Lieferbeginn und Vollständigkeit der Kundendaten spielen weiterhin eine erhebliche Rolle.
🔎 Was bedeutet das für Energiemakler?
💡 Unser Tipp
Nutzen Sie die verbleibende Sommerphase, um bestehende Kundenverträge systematisch zu prüfen.
Welche Verträge laufen 2027 aus? Welche Kunden haben mehrere Standorte? Wo liegen bereits Lastgangdaten vor?
Welche Kunden könnten von einer frühzeitigen Ausschreibung profitieren?
Welche Kunden könnten von einer frühzeitigen Ausschreibung profitieren?
Je besser die Vorbereitung, desto schneller können Sie handeln, wenn sich attraktive Beschaffungsfenster ergeben.
Marktbewegungen & neue Dynamiken: Warum ein ruhiger Markt nicht automatisch günstige Energie bedeutet

Die aktuellen Zahlen zeigen sehr deutlich, wie widersprüchlich der Energiemarkt inzwischen sein kann.
Im zweiten Quartal 2026 lag der durchschnittliche Day-Ahead-Großhandelspreis für Strom bei 95,21 Euro je Megawattstunde und damit deutlich über dem Niveau des Vorjahresquartals. Gleichzeitig gab es sowohl negative Preise bis minus 500 Euro je Megawattstunde als auch extreme positive Preisspitzen von mehr als 700 Euro je Megawattstunde. Genau diese Spannweite beschreibt den Strommarkt der Zukunft.
Es gibt immer häufiger Stunden mit sehr viel erneuerbarer Erzeugung und entsprechend niedrigen Preisen. Gleichzeitig entstehen Stunden, in denen Erzeugung knapp, Verbrauch hoch oder zusätzliche flexible Kraftwerksleistung erforderlich ist.
Für die Energiebeschaffung bedeutet das: Der Durchschnittspreis allein erzählt längst nicht mehr die ganze Geschichte.
Noch wichtiger wird dies bei Unternehmen mit einem ausgeprägten Lastgang. Zwei Unternehmen mit identischem Jahresverbrauch können vollkommen unterschiedliche Energiekosten verursachen, wenn ihre Verbrauchszeiten voneinander abweichen. Ein Betrieb, der seine größten Strommengen zu Zeiten hoher Marktpreise benötigt, hat eine andere Beschaffungsstruktur als ein Unternehmen, das einen Teil seines Verbrauchs flexibel verschieben kann. Dazu kommen Netzentgelte, Leistungsspitzen, Messstellenbetrieb, Umlagen, Steuern und weitere Preisbestandteile.
Die klassische Frage „Wie viel Cent kostet die Kilowattstunde?“ greift deshalb bei größeren Gewerbekunden zunehmend zu kurz.
Im zweiten Quartal 2026 lag der durchschnittliche Day-Ahead-Großhandelspreis für Strom bei 95,21 Euro je Megawattstunde und damit deutlich über dem Niveau des Vorjahresquartals. Gleichzeitig gab es sowohl negative Preise bis minus 500 Euro je Megawattstunde als auch extreme positive Preisspitzen von mehr als 700 Euro je Megawattstunde. Genau diese Spannweite beschreibt den Strommarkt der Zukunft.
Es gibt immer häufiger Stunden mit sehr viel erneuerbarer Erzeugung und entsprechend niedrigen Preisen. Gleichzeitig entstehen Stunden, in denen Erzeugung knapp, Verbrauch hoch oder zusätzliche flexible Kraftwerksleistung erforderlich ist.
Für die Energiebeschaffung bedeutet das: Der Durchschnittspreis allein erzählt längst nicht mehr die ganze Geschichte.
Noch wichtiger wird dies bei Unternehmen mit einem ausgeprägten Lastgang. Zwei Unternehmen mit identischem Jahresverbrauch können vollkommen unterschiedliche Energiekosten verursachen, wenn ihre Verbrauchszeiten voneinander abweichen. Ein Betrieb, der seine größten Strommengen zu Zeiten hoher Marktpreise benötigt, hat eine andere Beschaffungsstruktur als ein Unternehmen, das einen Teil seines Verbrauchs flexibel verschieben kann. Dazu kommen Netzentgelte, Leistungsspitzen, Messstellenbetrieb, Umlagen, Steuern und weitere Preisbestandteile.
Die klassische Frage „Wie viel Cent kostet die Kilowattstunde?“ greift deshalb bei größeren Gewerbekunden zunehmend zu kurz.
🔎 Was bedeutet das für Energiemakler?
👉 Der Wert einer guten Beratung verschiebt sich immer stärker vom reinen Preisvergleich hin zur
Analyse der Verbrauchsstruktur.
Wer Lastgänge versteht, Beschaffungsmodelle vergleichen und Verbrauchszeiten einordnen kann,
bietet seinem Kunden deutlich mehr als einen Tarifvergleich.
➡️ Kurz & klar im Kundengespräch
„Der günstigste Börsenpreis hilft Ihnen wenig, wenn Ihr Unternehmen genau in den teuren Stunden
den meisten Strom verbraucht. Deshalb betrachten wir nicht nur Ihren Jahresverbrauch, sondern
zunehmend auch, wann Sie Energie benötigen.“
Plattform & Prozesse: EGON ist angebunden – die neueSystemlandschaft geht in die finale Testphase

Im Juli haben wir bereits über den Endspurt unserer neuen Systemlandschaft berichtet.
Im August können wir einen weiteren wichtigen Meilenstein melden.
EGON wurde erfolgreich an unsere neue Software angebunden.
Auch die neuen Ausschreibungsprozesse sind inzwischen fertiggestellt und funktionieren im System wie geplant.
Damit wächst Stück für Stück genau die Plattform zusammen, die wir uns zu Beginn dieses umfangreichen Projekts vorgenommen haben: eine zentrale Arbeitsumgebung, in der Kunden, Verträge, Ausschreibungen, Angebote und Energieversorger miteinander verbunden sind und möglichst viele bislang manuelle Arbeitsschritte entfallen.
Besonders wichtig ist für uns der eigene Bereich für Gewerbekunden. Hier befinden wir uns inzwischen ebenfalls in den letzten Zügen. Zukünftig sollen Gewerbekunden auf Grundlage der hinterlegten Daten in Echtzeit kalkuliert werden können.
Gerade im täglichen Maklergeschäft ist Geschwindigkeit entscheidend. Wenn Kundendaten vollständig vorliegen, sollen Angebote nicht erst über mehrere unterschiedliche Systeme und Kommunikationswege angefordert werden müssen.
Gleichzeitig gilt für uns jedoch ein Grundsatz: Erst wenn ein Prozess stabil funktioniert, wird er freigegeben.
Deshalb folgt jetzt eine intensive Testphase. Kalkulationen, Datenübertragung, Ausschreibungen, Schnittstellen und die verschiedenen Prozessschritte werden gründlich geprüft, bevor die neue Plattform an unsere Makler übergeben wird.
Aktuell liegen wir damit weiterhin genau in unserem Zeitplan.
EGON wurde erfolgreich an unsere neue Software angebunden.
Auch die neuen Ausschreibungsprozesse sind inzwischen fertiggestellt und funktionieren im System wie geplant.
Damit wächst Stück für Stück genau die Plattform zusammen, die wir uns zu Beginn dieses umfangreichen Projekts vorgenommen haben: eine zentrale Arbeitsumgebung, in der Kunden, Verträge, Ausschreibungen, Angebote und Energieversorger miteinander verbunden sind und möglichst viele bislang manuelle Arbeitsschritte entfallen.
Besonders wichtig ist für uns der eigene Bereich für Gewerbekunden. Hier befinden wir uns inzwischen ebenfalls in den letzten Zügen. Zukünftig sollen Gewerbekunden auf Grundlage der hinterlegten Daten in Echtzeit kalkuliert werden können.
Gerade im täglichen Maklergeschäft ist Geschwindigkeit entscheidend. Wenn Kundendaten vollständig vorliegen, sollen Angebote nicht erst über mehrere unterschiedliche Systeme und Kommunikationswege angefordert werden müssen.
Gleichzeitig gilt für uns jedoch ein Grundsatz: Erst wenn ein Prozess stabil funktioniert, wird er freigegeben.
Deshalb folgt jetzt eine intensive Testphase. Kalkulationen, Datenübertragung, Ausschreibungen, Schnittstellen und die verschiedenen Prozessschritte werden gründlich geprüft, bevor die neue Plattform an unsere Makler übergeben wird.
Aktuell liegen wir damit weiterhin genau in unserem Zeitplan.
➡️ Die Übergabe der neuen Systemlandschaft ist voraussichtlich für die dritte Septemberwoche vorgesehen.
🔎 Was das für Energiemakler bedeutet
👉 Mit der neuen Plattform werden zentrale Arbeitsschritte deutlich enger miteinander verbunden.
Ausschreibungen können strukturiert vorbereitet, Kundendaten zentral genutzt und Gewerbekunden
zukünftig deutlich schneller kalkuliert werden.
Unser Ziel bleibt unverändert: weniger Administration, weniger doppelte Datenerfassung und mehr
Zeit für Kundenberatung und Vertrieb.
➡️ Kurz & klar im Kundengespräch:
„Wir haben unsere technischen Prozesse vollständig neu aufgebaut. Dadurch können wir Tarife,
Ausschreibungen und Gewerbekunden künftig noch schneller und strukturierter bearbeiten.“
Netzentgelte & Regulierung – Weniger Engpasskosten – aber der Netzausbau bleibt eine zentrale Aufgabe

Eine interessante Entwicklung veröffentlichte die Bundesnetzagentur im August zum
Netzengpassmanagement.
Im ersten Quartal 2026 ging das Volumen der Maßnahmen zur Behebung von Netzengpässen gegenüber dem Vorjahresquartal um rund neun Prozent zurück. Die damit verbundenen vorläufigen Gesamtkosten sanken um rund elf Prozent.
Das ist zunächst eine positive Entwicklung. Sie darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die deutschen Stromnetze vor einer gewaltigen Transformationsaufgabe stehen.
Ein immer größerer Teil der Stromerzeugung entsteht dort, wo der Strom nicht unmittelbar verbraucht wird. Große Windstrommengen werden beispielsweise im Norden Deutschlands erzeugt, während sich bedeutende industrielle Verbrauchszentren weiter südlich befinden. Gleichzeitig wächst die dezentrale Stromerzeugung durch Photovoltaik.
Damit steigen die Anforderungen an Übertragungs- und Verteilnetze, Speicher, intelligente Steuerung und flexible Verbraucher. Auch der massive Ausbau von Ladeinfrastruktur, Wärmepumpen, Batteriespeichern und elektrifizierten Produktionsprozessen verändert die Anforderungen an lokale Netzanschlüsse.
Für Unternehmen wird deshalb zunehmend relevant, welche Anschlussleistung am jeweiligen Standort überhaupt verfügbar ist. Ein günstiger Energievertrag nützt wenig, wenn eine neue Produktionsanlage oder ein Ladepark aufgrund begrenzter Netzkapazitäten nicht wie geplant angeschlossen werden kann.
➡️ Kurz & klar im Kundengespräch:
Im ersten Quartal 2026 ging das Volumen der Maßnahmen zur Behebung von Netzengpässen gegenüber dem Vorjahresquartal um rund neun Prozent zurück. Die damit verbundenen vorläufigen Gesamtkosten sanken um rund elf Prozent.
Das ist zunächst eine positive Entwicklung. Sie darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die deutschen Stromnetze vor einer gewaltigen Transformationsaufgabe stehen.
Ein immer größerer Teil der Stromerzeugung entsteht dort, wo der Strom nicht unmittelbar verbraucht wird. Große Windstrommengen werden beispielsweise im Norden Deutschlands erzeugt, während sich bedeutende industrielle Verbrauchszentren weiter südlich befinden. Gleichzeitig wächst die dezentrale Stromerzeugung durch Photovoltaik.
Damit steigen die Anforderungen an Übertragungs- und Verteilnetze, Speicher, intelligente Steuerung und flexible Verbraucher. Auch der massive Ausbau von Ladeinfrastruktur, Wärmepumpen, Batteriespeichern und elektrifizierten Produktionsprozessen verändert die Anforderungen an lokale Netzanschlüsse.
Für Unternehmen wird deshalb zunehmend relevant, welche Anschlussleistung am jeweiligen Standort überhaupt verfügbar ist. Ein günstiger Energievertrag nützt wenig, wenn eine neue Produktionsanlage oder ein Ladepark aufgrund begrenzter Netzkapazitäten nicht wie geplant angeschlossen werden kann.
➡️ Kurz & klar im Kundengespräch:
„Bei neuen Maschinen, Ladeparks, Wärmepumpen oder Batteriespeichern sollten wir nicht nur über den Strompreis sprechen. Entscheidend ist auch, ob Ihr Netzanschluss die zusätzliche Leistung bereitstellen kann.“
🔎 Was das für Energiemakler bedeutet
👉 Energieberatung und Netzthemen wachsen immer stärker zusammen.
Bei größeren Gewerbekunden sollten geplante Investitionen und Veränderungen am Standort deshalb
frühzeitig angesprochen werden.
🧭 Europa-Radar: Flexibilität wird zum neuen Wert imeuropäischen Strommarkt

Der Umbau des europäischen Energiesystems verändert zunehmend auch die Rolle der Verbraucher.
Über Jahrzehnte funktionierte der Strommarkt vergleichsweise einfach: Kraftwerke produzierten Strom entsprechend der Nachfrage. Mit einem immer höheren Anteil wetterabhängiger erneuerbarer Energien dreht sich dieses Verhältnis teilweise um.
In Zukunft wird es immer wichtiger, Verbrauch zumindest teilweise an die verfügbare Stromerzeugung anzupassen. Die Europäische Union arbeitet deshalb seit längerem daran, flexible Verbraucher, dynamische Tarife, Speicher und neue Beschaffungsmodelle stärker in den Energiemarkt einzubinden.
Auch die europäischen Regeln für Energieverträge werden weiterentwickelt. Kunden sollen unterschiedliche Vertragsmodelle besser verstehen und vergleichen können – von klassischen Festpreisverträgen über variable Modelle bis hin zu dynamischen Stromtarifen.
Für Unternehmen entstehen daraus neue Möglichkeiten. Ein Batteriespeicher kann beispielsweise Strom in günstigen Stunden aufnehmen und zu teureren Zeiten bereitstellen. Ladeprozesse von Elektrofahrzeugen können zeitlich verschoben werden. Kälteanlagen, Wärmepumpen und bestimmte Produktionsprozesse bieten ebenfalls Flexibilität.
Damit bekommt Strom neben Menge und Preis zunehmend eine dritte Dimension:
Zeit.
Über Jahrzehnte funktionierte der Strommarkt vergleichsweise einfach: Kraftwerke produzierten Strom entsprechend der Nachfrage. Mit einem immer höheren Anteil wetterabhängiger erneuerbarer Energien dreht sich dieses Verhältnis teilweise um.
In Zukunft wird es immer wichtiger, Verbrauch zumindest teilweise an die verfügbare Stromerzeugung anzupassen. Die Europäische Union arbeitet deshalb seit längerem daran, flexible Verbraucher, dynamische Tarife, Speicher und neue Beschaffungsmodelle stärker in den Energiemarkt einzubinden.
Auch die europäischen Regeln für Energieverträge werden weiterentwickelt. Kunden sollen unterschiedliche Vertragsmodelle besser verstehen und vergleichen können – von klassischen Festpreisverträgen über variable Modelle bis hin zu dynamischen Stromtarifen.
Für Unternehmen entstehen daraus neue Möglichkeiten. Ein Batteriespeicher kann beispielsweise Strom in günstigen Stunden aufnehmen und zu teureren Zeiten bereitstellen. Ladeprozesse von Elektrofahrzeugen können zeitlich verschoben werden. Kälteanlagen, Wärmepumpen und bestimmte Produktionsprozesse bieten ebenfalls Flexibilität.
Damit bekommt Strom neben Menge und Preis zunehmend eine dritte Dimension:
Zeit.
➡️ Kurz & klar im Kundengespräch:
„In Zukunft entscheidet nicht nur, wie viel Strom Sie benötigen und zu welchem Preis Sie einkaufen.
Immer wichtiger wird auch, zu welchen Zeiten Sie Strom verbrauchen.“
🔎 Was bedeutet das für Energiemakler?
Praxis: Kundenfragen & Einwände im August

Die ruhige Marktphase führt derzeit häufig dazu, dass Unternehmen ihre Energiebeschaffung
aufschieben.
Gleichzeitig lesen Kunden sehr unterschiedliche Meldungen über negative Börsenpreise, steigende
Industriestrompreise, volle oder weniger volle Gasspeicher und neue staatliche Entlastungen.
Die folgenden Fragen begegnen Energiemaklern deshalb derzeit besonders häufig.
Die folgenden Fragen begegnen Energiemaklern deshalb derzeit besonders häufig.
1. „Der Markt ist doch ruhig. Warum soll ich mich jetzt schon um meinen Vertrag
kümmern?“
Antwort:
Gerade eine ruhige Marktphase ist ein guter Zeitpunkt, um die zukünftige Beschaffung vorzubereiten. Wer erst wenige Wochen vor Vertragsende beginnt, muss mit den Angeboten arbeiten, die zu diesem Zeitpunkt verfügbar sind. Wer frühzeitig vorbereitet ist, kann dagegen unterschiedliche Marktphasen beobachten und dann entscheiden, wenn Preis, Laufzeit und Risikostruktur zum Unternehmen passen.
➡️ Kurz & klar im Kundengespräch:
„Wir müssen heute noch nichts abschließen. Aber wenn wir heute alles vorbereiten, können wir
Antwort:
Gerade eine ruhige Marktphase ist ein guter Zeitpunkt, um die zukünftige Beschaffung vorzubereiten. Wer erst wenige Wochen vor Vertragsende beginnt, muss mit den Angeboten arbeiten, die zu diesem Zeitpunkt verfügbar sind. Wer frühzeitig vorbereitet ist, kann dagegen unterschiedliche Marktphasen beobachten und dann entscheiden, wenn Preis, Laufzeit und Risikostruktur zum Unternehmen passen.
➡️ Kurz & klar im Kundengespräch:
„Wir müssen heute noch nichts abschließen. Aber wenn wir heute alles vorbereiten, können wir
handeln, sobald sich eine gute Gelegenheit ergibt.“
2. „Warum werden Industriestrompreise wieder teurer, obwohl man ständig von
billigem Solarstrom hört?“
Antwort: Solarstrom kann in einzelnen Stunden zu sehr niedrigen oder sogar negativen Großhandelspreisen führen. Ein Unternehmen kauft seinen Jahresverbrauch jedoch nicht ausschließlich in diesen Stunden ein. Der tatsächliche Energiepreis hängt unter anderem von Verbrauchszeitpunkt, Beschaffungsstrategie, Netzentgelten, Steuern, Umlagen und weiteren Kostenbestandteilen ab.
Antwort: Solarstrom kann in einzelnen Stunden zu sehr niedrigen oder sogar negativen Großhandelspreisen führen. Ein Unternehmen kauft seinen Jahresverbrauch jedoch nicht ausschließlich in diesen Stunden ein. Der tatsächliche Energiepreis hängt unter anderem von Verbrauchszeitpunkt, Beschaffungsstrategie, Netzentgelten, Steuern, Umlagen und weiteren Kostenbestandteilen ab.
➡️ Kurz & klar im Kundengespräch:
„Billiger Solarstrom in einzelnen Stunden bedeutet nicht automatisch einen billigen Jahresvertrag. Entscheidend ist, wann und wie Ihr Unternehmen Strom verbraucht.“
3. „Soll ich mit meinem neuen Vertrag lieber noch warten?“
Antwort:
Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten.
„Billiger Solarstrom in einzelnen Stunden bedeutet nicht automatisch einen billigen Jahresvertrag. Entscheidend ist, wann und wie Ihr Unternehmen Strom verbraucht.“
3. „Soll ich mit meinem neuen Vertrag lieber noch warten?“
Antwort:
Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten.
Warten kann sinnvoll sein, wenn ein Unternehmen Preisschwankungen tragen kann und ausreichend
Zeit bis zum Lieferbeginn besteht.
Für Unternehmen, die hohe Planungssicherheit benötigen oder stark von Energiekosten abhängig sind,
kann dagegen eine frühzeitige Absicherung sinnvoller sein.
Entscheidend ist nicht, den theoretisch niedrigsten Marktpreis zu treffen, sondern eine wirtschaftlich
tragfähige Entscheidung für das Unternehmen zu treffen.
➡️ Kurz & klar im Kundengespräch:
„Wir versuchen nicht, den einen perfekten Tag am Markt zu erraten. Wir suchen den Zeitpunkt, an dem Preis und Planungssicherheit für Ihr Unternehmen zusammenpassen.“
4. „Warum brauchen Sie meinen Lastgang? Mein Jahresverbrauch reicht doch.“
Antwort:
Der Jahresverbrauch zeigt lediglich, wie viel Strom ein Unternehmen innerhalb eines Jahres benötigt.
Der Lastgang zeigt dagegen, wann dieser Strom verbraucht wird.
Genau diese Information wird in einem zunehmend schwankenden Strommarkt immer wichtiger.
Zwei Unternehmen mit identischem Jahresverbrauch können deshalb unterschiedliche
Beschaffungskosten haben.
➡️ Kurz & klar im Kundengespräch:
„Der Jahresverbrauch sagt uns wie viel Strom Sie brauchen. Der Lastgang zeigt uns, wann Sie ihn
brauchen – und genau das wird für die Kosten immer wichtiger.“
5. „Sind unsere Gasspeicher für den Winter ausreichend gefüllt?“
Antwort:
Die Gasversorgung in Deutschland basiert nicht ausschließlich auf den Speichern.
5. „Sind unsere Gasspeicher für den Winter ausreichend gefüllt?“
Antwort:
Die Gasversorgung in Deutschland basiert nicht ausschließlich auf den Speichern.
Pipelineimporte, LNG-Lieferungen, Speicher, Infrastruktur und Verbrauch wirken zusammen.
Die Bundesnetzagentur bewertet die Versorgungslage weiterhin als beherrschbar, weist aber darauf hin, dass die Speicherstände derzeit deutlich unter den Vergleichswerten vergangener Jahre liegen und beobachtet die Entwicklung entsprechend aufmerksam.
➡️ Kurz & klar im Kundengespräch:
„Die Gasversorgung hängt nicht allein vom Speicherstand ab. Trotzdem beobachten wir die Entwicklung genau, weil niedrigere Speicherstände die Preissensibilität im Winter erhöhen können.“
🔎 Was das für Energiemakler bedeutet
👉 Kunden benötigen momentan weniger Schlagzeilen und mehr Einordnung. Die entscheidende Aufgabe besteht darin, aus vielen teilweise widersprüchlichen Informationen eine nachvollziehbare Entscheidung für das jeweilige Unternehmen abzuleiten.
Inside enermakler: Makler Mindset – Nicht jeder Kunde
braucht den niedrigsten Preis. Jeder Kunde braucht eine klare Entscheidung.

