Vorwort
Liebe Leserinnen und Leser,
willkommen zur November-Ausgabe von Inside – dem Onlinemagazin für alle, die Energie nicht nur vermitteln, sondern wirklich verstehen wollen.
Der November war geprägt von Wandel: verschobene EU-Regeln, sinkende Energiepreise, neue Kraftwerkspläne und große Fragen rund um Netzausbau, Wärme und Speicher. Viele Entscheidungen wirken auf den ersten Blick technisch – in Wahrheit bestimmen sie aber, wie wir Versorgungssicherheit, Klimaziele und Wirtschaftlichkeit künftig zusammenbringen.
Genau hier liegt Ihre Stärke als Energiemakler: Sie machen komplexe Entwicklungen für Ihre Kundinnen und Kunden greifbar. In dieser Ausgabe finden Sie die wichtigsten Themen des Monats – kompakt erklärt und mit Impulsen, die Sie in Ihrer Beratung noch klarer, sicherer und wirksamer machen.
Der November war geprägt von Wandel: verschobene EU-Regeln, sinkende Energiepreise, neue Kraftwerkspläne und große Fragen rund um Netzausbau, Wärme und Speicher. Viele Entscheidungen wirken auf den ersten Blick technisch – in Wahrheit bestimmen sie aber, wie wir Versorgungssicherheit, Klimaziele und Wirtschaftlichkeit künftig zusammenbringen.
Genau hier liegt Ihre Stärke als Energiemakler: Sie machen komplexe Entwicklungen für Ihre Kundinnen und Kunden greifbar. In dieser Ausgabe finden Sie die wichtigsten Themen des Monats – kompakt erklärt und mit Impulsen, die Sie in Ihrer Beratung noch klarer, sicherer und wirksamer machen.

Alexander Schießl
Vorwort
Liebe Leserinnen und Leser,
die Dezember-Ausgabe von Inside enermakler bildet den Abschluss eines fordernden, aber richtungsweisenden Energiejahres.
2025 war kein Jahr der einfachen Antworten. Politische Unsicherheiten, regulatorische Verschiebungen, Netzengpässe und ein Markt im strukturellen Umbau haben gezeigt: Energie wird weniger kurzfristig, dafür grundsätzlicher gedacht. Preise bleiben wichtig – doch die eigentlichen Hebel liegen zunehmend bei Netzen, Systemkosten, Flexibilität, Digitalisierung und Qualifikation.
Genau hier liegt Ihre Rolle als Energiemakler. Sie übersetzen Komplexität in Klarheit, schaffen Orientierung und geben Kundinnen und Kunden Sicherheit in einem Markt, der sich weiterentwickelt, aber nicht mehr täglich neu erfindet.
Diese Ausgabe bündelt die wichtigsten Entwicklungen zum Jahresende 2025 – eingeordnet, relevant und mit einem bewussten Blick nach vorn.

Alexander Schießl
Inhalte
📈 Marktentwicklung Dezember 2025: Stabiler Markt – Was sich ändert und was jetzt zählt

Zum Jahresende 2025 zeigt sich der Energiemarkt insgesamt deutlich ruhiger als in den Jahren der akuten Energiekrise. Die starken Preisbewegungen der vergangenen Jahre haben sich spürbar abgeschwächt. Viele Anpassungen bei Strom- und Gaspreisen wurden bereits im Herbst 2025 vollzogen. Die zum 1. Januar 2026 wirksam werdenden Änderungen fallen überwiegend moderat aus und betreffen weniger kurzfristige Preissprünge als vielmehr strukturelle Kostenbestandteile.
Für Haushalts-, Gewerbe- und Industriekunden bedeutet diese Entwicklung vor allem eines: mehr Planbarkeit. Gleichzeitig verändert sich jedoch die Zusammensetzung der Energiekosten grundlegend. Der Fokus verschiebt sich zunehmend weg vom reinen Arbeitspreis hin zu strukturellen Kostentreibern wie Netzentgelten, Messstellenbetrieb, Grund- und Leistungspreisen, Flexibilitätsanforderungen sowie Fragen der Versorgungssicherheit.
Ein zentraler Einflussfaktor bleibt der CO₂-Preis, insbesondere im Wärme- und Industriesektor. Seine Wirkung beschränkt sich nicht auf direkte Kostensteigerungen bei fossilen Energieträgern. Zunehmend entfaltet er eine indirekte Steuerungswirkung, indem er Investitionsentscheidungen beeinflusst, Modernisierungsdruck erzeugt und langfristige strategische Überlegungen zu Standort- und Produktionsstrukturen verstärkt.
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📈 Marktentwicklung Dezember 2025: Stabiler Markt – Was sich ändert und was jetzt zählt

Zum Jahresende 2025 zeigt sich der Energiemarkt insgesamt deutlich ruhiger als in den Jahren der akuten Energiekrise. Die starken Preisbewegungen der vergangenen Jahre haben sich spürbar abgeschwächt. Viele Anpassungen bei Strom- und Gaspreisen wurden bereits im Herbst 2025 vollzogen. Die zum 1. Januar 2026 wirksam werdenden Änderungen fallen überwiegend moderat aus und betreffen weniger kurzfristige Preissprünge als vielmehr strukturelle Kostenbestandteile.
Für Haushalts-, Gewerbe- und Industriekunden bedeutet diese Entwicklung vor allem eines: mehr Planbarkeit. Gleichzeitig verändert sich jedoch die Zusammensetzung der Energiekosten grundlegend. Der Fokus verschiebt sich zunehmend weg vom reinen Arbeitspreis hin zu strukturellen Kostentreibern wie Netzentgelten, Messstellenbetrieb, Grund- und Leistungspreisen, Flexibilitätsanforderungen sowie Fragen der Versorgungssicherheit.
Ein zentraler Einflussfaktor bleibt der CO₂-Preis, insbesondere im Wärme- und Industriesektor. Seine Wirkung beschränkt sich nicht auf direkte Kostensteigerungen bei fossilen Energieträgern. Zunehmend entfaltet er eine indirekte Steuerungswirkung, indem er Investitionsentscheidungen beeinflusst, Modernisierungsdruck erzeugt und langfristige strategische Überlegungen zu Standort- und Produktionsstrukturen verstärkt.
🔎 Was das für Energiemakler bedeutet
In einem ruhigen Marktumfeld verändert sich die Rolle des Energiemaklers spürbar. Der günstigste Arbeitspreis allein reicht nicht mehr aus, um Kunden nachhaltig zu überzeugen. Stattdessen rückt erklärende, strukturierte Beratung in den Mittelpunkt.
Kunden stellen zunehmend die Frage, warum sich ihre Gesamtkosten verändern, obwohl der Arbeitspreis stabil erscheint. Genau hier liegt dein Mehrwert: Du schaffst Transparenz über Netzentgelte, Umlagen, Messwesen und CO₂-Effekte und wirst vom Tarifvermittler zum verlässlichen Ansprechpartner für Energie- und Kostenfragen.
Gerade im Gewerbe- und Industriebereich eröffnet diese Entwicklung neue Chancen. Themen wie Lastprofile, Leistungspreise, Vertragslaufzeiten, Preisgarantien und Beschaffungsstrategien gewinnen an Bedeutung. Energiemakler, die diese Zusammenhänge verständlich erklären, positionieren sich als strategische Partner ihrer Kunden – nicht nur als Verkäufer.
💡 Unser Tipp
✔ Beratung neu denken, Kosten statt nur Preise erklären
Mache deinen Kunden frühzeitig klar, dass der Arbeitspreis nur ein Teil der Gesamtkosten ist. Wer die Struktur seiner Energiekosten versteht, trifft bessere Entscheidungen und bleibt langfristig zufriedener.
✔ Den Jahreswechsel aktiv nutzen
Sprich Bestandskunden, die noch in Grundversorgung sind oder noch nicht gewechselt haben, gezielt auf den 1. Januar 2026 an. Strukturelle Änderungen sind ein idealer Anlass für einen Vertrags- und Kostencheck proaktiv, nicht erst bei Rückfragen zur Rechnung.
✔ CO₂ als planbaren Faktor positionieren
Gerade bei Wärme- und Industriekunden solltest du den CO₂-Preis nicht als kurzfristige Belastung darstellen, sondern als kalkulierbaren Einflussfaktor, der in Vertrags- und Investitionsentscheidungen berücksichtigt werden muss.
✔ Vertrauen und Bindung aufbauen
Transparenz reduziert spätere Diskussionen über Abschläge und Abrechnungen. Wer seinen Kunden die neue Kostenrealität verständlich erklärt, wird langfristig als unverzichtbarer Ansprechpartner wahrgenommen.
Netzengpässe & Abregelungen – Wird der Anschlussvorrang der Erneuerbaren neu gedacht?

Der Ausbau von Wind- und Photovoltaikanlagen schreitet in Deutschland weiter voran, regional jedoch deutlich schneller als der notwendige Netzausbau. Die Folge sind zunehmende Netzengpässe, steigende Redispatch-Maßnahmen und immer häufiger Abregelungen von Erneuerbare-Energien-Anlagen. Für Anlagenbetreiber entstehen daraus Entschädigungsansprüche, gleichzeitig steigen die Systemkosten für Netzbetreiber und letztlich für alle Stromkunden.
Vor diesem Hintergrund hat das Land Mecklenburg-Vorpommern eine Bundesratsinitiative angestoßen, die den gesetzlich verankerten Anschlussvorrang der Erneuerbaren flexibler ausgestalten soll. Ziel ist es, Netzengpässe besser steuern zu können und den Betrieb der Stromnetze zu stabilisieren. Der Vorstoß stößt jedoch auf erheblichen Widerstand: Kritiker warnen vor Investitionsunsicherheit, rechtlichen Grauzonen und einem möglichen Dämpfer für den weiteren Ausbau von Wind- und Solaranlagen.
Fest steht: Der Zielkonflikt zwischen ambitionierten Ausbauzielen und der realen Leistungsfähigkeit der Netze wird sich 2026 weiter zuspitzen. Netzrealität und Systemintegration rücken damit stärker in den Mittelpunkt energiepolitischer und wirtschaftlicher Entscheidungen.
🔎 Was das für Energiemakler bedeutet
Für Energiemakler. insbesondere im Gewerbe-, Industrie- und Projektkundensegment, gewinnt das Thema Netz zunehmend an strategischer Bedeutung. Projekte lassen sich nicht mehr ausschließlich technisch oder wirtschaftlich bewerten, ohne die lokale Netzsituation einzubeziehen.
Kunden werden häufiger mit Verzögerungen, Einspeisebegrenzungen oder zusätzlichen Anforderungen konfrontiert. Gleichzeitig wächst der Beratungsbedarf: Welche Standorte sind realistisch? Welche Risiken bestehen durch Abregelungen? Wie lassen sich Projekte netzdienlich und zukunftssicher aufstellen?
Hier verschiebt sich deine Rolle erneut: vom Vermittler einzelner Lösungen hin zum Lotsen durch regulatorische, technische und systemische Rahmenbedingungen. Wer Netzthemen früh adressiert, schafft Vertrauen und vermeidet spätere Enttäuschungen.
💡 Unser Tipp
✔ Netzrealität frühzeitig ansprechen
Sprich bei Projekten und größeren Kunden nicht nur über Techn
ik und Wirtschaftlichkeit, sondern früh über die tatsächliche Netzsituation vor Ort. Realistische Zeitpläne und klare Erwartungshaltungen sind entscheidend.
✔ Speicher und Flexibilität mitdenken
Batteriespeicher, Lastmanagement und flexible Einspeise- oder Verbrauchskonzepte gewinnen an Bedeutung. Sie können Netzengpässe abfedern und Projekte langfristig absichern.
✔ Netzdienliches Verhalten erklären
Zeige Kunden, dass netzdienliches Verhalten kein Nachteil, sondern ein strategischer Vorteil sein kann. etwa durch bessere Genehmigungschancen oder stabilere Erlöse.
✔ Risiken transparent machen
Abregelungen und Redispatch sind keine Ausnahmen mehr. Wer diese Risiken offen anspricht, positioniert sich als seriöser Berater statt als reiner Verkäufer.
✔ Strategischen Mehrwert schaffen
Je weniger deine Beratung „nur Technik“ ist und je stärker sie System-, Netz- und Zukunftsfragen einbezieht, desto wertvoller wirst du für anspruchsvolle Kunden.
Solarbranche im Umbruch: 2025 deutlich weniger Neuinstallationen und neue Systemlogik

Solarbranche im Umbruch – 2025 als Jahr der Konsolidierung
Das Jahr 2025 war für die Solarbranche spürbar herausfordernd. Die Zahl der neu installierten Photovoltaikanlagen lag rund 28 % unter dem Vorjahresniveau. Ursachen dafür waren vor allem gestiegene Finanzierungskosten, regulatorische Unsicherheiten sowie eine insgesamt höhere Komplexität bei Planung, Genehmigung und Umsetzung. Viele Projekte wurden verschoben oder gar nicht realisiert.
Wichtig ist jedoch die richtige Einordnung: Dieser Rückgang ist keine strukturelle Krise der Photovoltaik und schon gar kein „Ende der PV“. Vielmehr befindet sich der Markt in einer Konsolidierungsphase. Der Fokus verschiebt sich deutlich weg von der isolierten Einzelanlage hin zu einem integrierten Energiesystem.
Photovoltaik wird zunehmend im Zusammenspiel mit Speichern, Verbrauchsprofilen, Wärmelösungen, dynamischen Tarifen, Mess- und Steuerungstechnik sowie Lastmanagement gedacht – insbesondere im Gewerbe- und Industriebereich. Die reine Anlagenlogik verliert an Bedeutung, während Systemfähigkeit, Flexibilität und Wirtschaftlichkeit über den gesamten Energiefluss hinweg in den Vordergrund rücken.
🔎 Was das für Energiemakler bedeutet
Für dich als Energiemakler bedeutet diese Entwicklung einen klaren Rollenwandel. Wer PV weiterhin ausschließlich als Produkt vermittelt, stößt zunehmend an Grenzen. Gefragt ist heute eine ganzheitliche Betrachtung der Energieversorgung eines Kunden.
Kundengespräche drehen sich weniger um die Frage „Lohnt sich eine PV-Anlage?“ und stärker um strategische Themen: Wie passt die Eigenerzeugung zum Verbrauch? Welche Tarifmodelle ergänzen die Anlage sinnvoll? Wie lassen sich Lastspitzen vermeiden oder flexibilisieren? Und welche Mess- und Steuerbarkeit ist notwendig, um wirtschaftliche Vorteile langfristig zu sichern?
Gerade im Gewerbeumfeld eröffnet diese Systemlogik neue Beratungsfelder – und damit neue Chancen für Energiemakler, die über Technik hinausdenken.
💡 Unser Tipp
✔ PV als Teil eines Gesamtsystems positionieren
Stelle Photovoltaik nicht als Einzelprodukt dar, sondern als Baustein eines integrierten Energiesystems aus Erzeugung, Speicherung, Verbrauch und Tarifstruktur.
✔ Tarif und Erzeugung zusammendenken
✔ Tarif und Erzeugung zusammendenken
Fragen wie „Welcher Tarif passt zur Eigenerzeugung?“ oder „Wie profitieren Kunden von dynamischen Tarifen?“ werden zunehmend entscheidend für die Wirtschaftlichkeit.
✔ Flexibilität zum Thema machen
Speicher, Lastmanagement und steuerbare Verbraucher sind keine Zusatzoptionen mehr, sondern zentrale Elemente moderner PV-Projekte – vor allem im Gewerbe.
✔ Mess- und Steuerungstechnik aktiv erklären
Ohne passende Mess- und Steuerbarkeit bleiben viele Potenziale ungenutzt. Wer diese Zusammenhänge erklärt, hebt sich klar vom klassischen Anlagenvertrieb ab.
✔ Beratung statt Produktverkauf
Je stärker du PV in einen strategischen Kontext einordnest, desto klarer wirst du als Berater wahrgenommen – und desto nachhaltiger wird die Kundenbindung.
🧭 Europa-Radar – Strompreise senken: Neue Debatte zur Merit-Order und Netzentgeltlogik

Die Diskussion um strukturell hohe Strompreise gewinnt auf europäischer Ebene erneut an Dynamik. Auf Initiative Österreichs richtet die EU Anfang 2026 eine Arbeitsgruppe ein, die sich mit der Senkung und Stabilisierung der Strompreise befasst. Im Zentrum steht dabei das bisherige Merit-Order-Prinzip, nach dem das teuerste zur Deckung der Nachfrage benötigte Kraftwerk – häufig ein Gaskraftwerk – den Strompreis für alle setzt.
Deutschland parallel: AgNes-Festlegung und neue Netzentgeltlogik
Dieses Prinzip gerät zunehmend unter politischen und wirtschaftlichen Druck. Diskutiert werden alternative Ansätze wie eine Entkopplung von Gas- und Strompreisen, neue Preiszonensysteme oder Kapazitätsmechanismen, die Versorgungssicherheit honorieren, ohne Preissignale vollständig zu verzerren. Noch ist offen, welche Modelle politisch durchsetzbar sind – klar ist jedoch: Die Debatte wird an Bedeutung gewinnen und die europäische Strompreislogik mittelfristig verändern.
Deutschland parallel: AgNes-Festlegung und neue Netzentgeltlogik
Parallel zur europäischen Diskussion laufen in Deutschland tiefgreifende Reformüberlegungen bei den Netzentgelten. Im Rahmen der sogenannten AgNes-Festlegung arbeitet die Bundesnetzagentur an einer grundlegenden Neuordnung der Netzentgeltkomponenten.
Konkret wird diskutiert, den klassischen Leistungspreis für Gewerbe- und Industriekunden perspektivisch abzulösen und stattdessen ein Modell einzuführen, bei dem Unternehmen Netzkapazität verbindlich „bestellen“. Die dahinterliegende Logik:
Netze sollen planbarer betrieben werden, Investitionen gezielter ausgelöst werden und die Kosten dort anfallen, wo dauerhaft Kapazität vorgehalten werden muss – statt kurzfristige Lastspitzen zu bestrafen.
Industrievertreter zeigen sich teilweise offen für diesen Ansatz, da er mehr Planbarkeit ermöglichen könnte. Netzbetreiber hingegen äußern Vorbehalte hinsichtlich Umsetzungsrisiken, Komplexität und möglicher Verteilungseffekte.
🔎 Was das für Energiemakler bedeutet
💡 Unser Tipp
✔ Kunden frühzeitig auf neue Preislogiken vorbereiten
Erkläre, dass Strompreise künftig stärker von Struktur, System und Regulierung geprägt sein werden – nicht nur von Börsenpreisen.
✔ Lastprofile zur strategischen Größe machen
Lastgänge, Kapazitätsbedarf und Flexibilitätsoptionen werden zur „Währung“ der Energiebeschaffung. Wer sie kennt, hat Gestaltungsspielraum.
✔ Langfristige Beschaffung stärker thematisieren
Mit zunehmender Unsicherheit über Preisbildungsmechanismen gewinnen langfristige Strategien und Absicherungsmodelle an Bedeutung.
✔ Flexibilität monetarisieren statt nur vermeiden
Speicher, Lastverschiebung und steuerbare Prozesse können künftig nicht nur Kosten senken, sondern Erlöse oder Vorteile bei der Kapazitätsplanung bringen.
✔ Neue Beratungsrolle aktiv annehmen
Positioniere dich als Übersetzer zwischen Regulierung, Marktmechanik und Unternehmenspraxis. Genau hier entsteht in den kommenden Jahren echter Mehrwert für Industriekunden.
Warnung vor Messstellen-Monopolen Wettbewerb als Voraussetzung für Digitalisierung

Mitte Dezember haben zahlreiche Unternehmen und Verbände aus der Energie- und Messbranche einen gemeinsamen Appell veröffentlicht. Zu den Unterzeichnern zählen unter anderem die CEOs von Enpal, Techem, LichtBlick, Octopus Energy und Inexogy. Sie warnen eindringlich vor einer schleichenden Rückkehr zu monopolistischen Strukturen im Messstellenbetrieb und fordern ein klares politisches Bekenntnis zum Wettbewerb.
Der Hintergrund: Der Messstellenbetrieb entwickelt sich zunehmend zum Schlüsselbaustein der Energiewende. Smart-Meter-Rollout, dynamische Tarife, Lastmanagement, flexible Netzentgelte und perspektivisch auch Energy-Sharing-Modelle sind ohne leistungsfähige, digitale Mess- und Steuerinfrastruktur nicht umsetzbar. Die Unterzeichner betonen, dass Wettbewerb Innovation, Skalierung und Kundennähe fördert, während monopolistische Strukturen Digitalisierung verlangsamen, Kosten erhöhen und neue Geschäftsmodelle ausbremsen.
Damit rückt der Messstellenbetrieb aus dem technischen „Hintergrundrauschen“ endgültig in den strategischen Mittelpunkt der Energieversorgung.
🔎 Was das für Energiemakler bedeutet
Für Energiemakler gewinnt der Messstellenbetrieb massiv an Bedeutung. Die Frage, wer den Messstellenbetrieb übernimmt, entscheidet künftig nicht nur über Messkosten, sondern über die gesamte digitale Handlungsfähigkeit eines Kunden.
Ob dynamische Tarife genutzt werden können, ob Lasten steuerbar sind, ob Flexibilität vergütet wird oder digitale Mehrwerte entstehen – all das hängt zunehmend von den eingesetzten Mess- und Systemlösungen ab. Wer dieses Thema ignoriert, verliert Einfluss auf zentrale Stellschrauben moderner Energiekonzepte.
Damit erweitert sich dein Beratungsfeld: Neben Tarif, Laufzeit und Preis wird der Messstellenbetreiber zu einem strategischen Bestandteil der Gesamtberatung.
💡 Unser Tipp
✔ Messstellenbetrieb aktiv ansprechen
Behandle den Messstellenbetrieb nicht als Randthema. Sprich frühzeitig mit Kunden darüber, welche Rolle Messsysteme für Tarife, Flexibilität und Digitalisierung spielen.
✔ Systeme und Services vergleichen, nicht nur Preise
Entscheidend ist nicht nur der Messpreis, sondern welche Daten, Steuerungsmöglichkeiten und Integrationen verfügbar sind.
✔ Dynamische Tarife und Flexibilität mitdenken
Ohne passenden Messstellenbetrieb bleiben viele moderne Tarif- und Flexibilitätsmodelle theoretisch. Verknüpfe diese Themen in deiner Beratung konsequent.
✔ Strategische Position stärken
Wer Messstellenbetrieb, Tarifwelt und Flexibilitätslogik zusammendenkt, wird vom Energiemakler zum digitalen Energieberater – mit deutlich höherem Mehrwert für anspruchsvolle Kunden.
Einblicke in die Welt der Energieversorger Investitionen, PPAs und Professionalisierung

Zum Jahresende 2025 mehren sich die Signale, dass internationale wie nationale Energieversorger ihre Aktivitäten im deutschen Markt gezielt ausbauen – allerdings nur unter klar definierten Voraussetzungen. Ein sichtbares Beispiel dafür ist das Solar-Debüt von Iberdrola in Deutschland: Mit dem Solarpark Boldekow in Mecklenburg-Vorpommern hat der Konzern 2025 sein erstes deutsches PV-Großprojekt realisiert. Die Anlage ist seit Mitte 2025 in Betrieb und erzeugt jährlich rund 53 GWh erneuerbaren Strom. Die Vermarktung erfolgt über einen langfristigen Power Purchase Agreement (PPA), unter anderem zur Versorgung von Infrastruktur-Großverbrauchern.
Das Projekt ist weniger wegen seiner Größe bemerkenswert als wegen seiner Signalwirkung: Internationale Akteure investieren dort, wo Netzanschluss, Genehmigungskette und Vermarktungsmodell belastbar und planbar sind. Genau diese Kombination wird 2026 zum entscheidenden Kriterium für weitere Investitionen in deutsche EE-Assets.
Das Projekt ist weniger wegen seiner Größe bemerkenswert als wegen seiner Signalwirkung: Internationale Akteure investieren dort, wo Netzanschluss, Genehmigungskette und Vermarktungsmodell belastbar und planbar sind. Genau diese Kombination wird 2026 zum entscheidenden Kriterium für weitere Investitionen in deutsche EE-Assets.
Dieses Bild wird durch mehrere konkrete Entwicklungen im Dezember 2025 gestützt:
DB Energie (Deutsche Bahn) hat über ihre Tochtergesellschaft zwei langfristige Stromabnahmeverträge mit der Blue Elephant Energy GmbH abgeschlossen. Die PPAs umfassen rund 2,5 TWh Solarstrom und dienen der langfristigen Versorgung großer Infrastruktur- und Mobilitätskunden.
Saint-Gobain Deutschland hat im Dezember 2025 einen zehnjährigen Solar-PPA mit Iqony geschlossen, über den rund 194 GWh Solarstrom geliefert werden sollen – ein klares Signal für strategische, industriegetriebene Langfristbeschaffung.
Shell Energy Europe Limited hat im November/Dezember 2025 zwei PPAs in Deutschland abgeschlossen – mit Nordsee One GmbH sowie den Solarparks Halenbeck-Rohlsdorf I/II. Die Verträge sichern die Stromversorgung der geplanten REFHYNE-2-Elektrolyseure für grüne Wasserstoffproduktion im Rheinland.
Parallel dazu justieren Stadtwerke und Regionalversorger ihre Beschaffungsstrategien: Weg von kurzfristiger Marktoptimierung, hin zu mehrjährigen Tranchen, Preisglättung und langfristiger Stabilität. Große Versorger setzen zunehmend auf integrierte Projekte, bei denen Erzeugung, Speicher, Direktvermarktung, Herkunftsnachweise und Flexibilitätsoptionen von Beginn an gemeinsam gedacht werden.
Der Markt entfernt sich damit sichtbar von der klassischen Einspeiselogik und entwickelt sich hin zu strukturierten, langfristigen Beschaffungs- und Vermarktungsmodellen. Er wird professioneller, kapitalintensiver und zugleich anspruchsvoller.
🔎 Was das für Energiemakler bedeutet
Für Gewerbe- und Industriekunden verändern sich die Spielregeln der Strombeschaffung spürbar. Energie wird nicht mehr primär kurzfristig eingekauft, sondern strategisch geplant. Fragen nach Herkunft, Laufzeit, Preisstabilität, Absicherung und Systemintegration rücken deutlich in den Vordergrund.
Für dich als Energiemakler heißt das: der klassische Tarifvergleich verliert an Gewicht. Stattdessen gewinnen PPA-Modelle, Direktvermarktung, Herkunftsnachweise und langfristige Beschaffungsstrategien an Bedeutung. Kunden erwarten zunehmend, dass du nicht nur Preise vergleichst, sondern Optionen erklärst, Risiken einordnest und Beschaffung in einen Gesamtzusammenhang stellst.
Projekte wie Boldekow zeigen klar: Der Markt öffnet sich für professionelle Beratung mit Systemverständnis und schließt sich gleichzeitig für rein transaktionale Vermittlung.
💡 Unser Tipp
✔ PPA-Modelle aktiv thematisieren
Auch wenn nicht jeder Kunde sofort ein PPA abschließt: Das Verständnis für langfristige Stromlieferverträge wird zum Pflichtwissen – insbesondere bei energieintensiven Kunden.
✔ Herkunft und Vermarktung zusammendenken
Herkunftsnachweise, Direktvermarktung und ESG-Anforderungen werden immer häufiger Bestandteil von Beschaffungsentscheidungen. Bereite dich darauf vor, diese Themen strukturiert und verständlich zu erklären.
✔ Systemverständnis aufbauen und zeigen
Erzeugung, Netz, Speicher, Tarif, Messwesen und Vermarktung gehören zusammen. Wer diese Zusammenhänge sicher beherrscht und erklären kann, hebt sich klar vom Wettbewerb ab.
Inside enermakler Jahresrückblick 2025 & Ausblick 2026 in eigener Sache

Was wir aus diesem Jahr lernen können
